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Panzer an der Grenze Panzer an der Grenze 

Ukraine: Weiterhin Angst und Schrecken an der russischen Grenze

Ein katholischer Bischof aus der Ostukraine hat gegenüber katholischen Medien bekräftigt, dass die Spannungen in der Region trotz des angekündigten Abzugs der russischen Streitkräfte hoch bleiben.

„Nichts hat sich geändert, der Großteil der russischen Streitkräfte ist immer noch hier, die Kämpfe flammen immer wieder auf und Menschen sterben weiterhin.“ Das sagte Bischof Stanislav Szyrokoradiuk von Odessa-Simferopol. „Der Osten und Süden der Ukraine sind die Gebiete mit der größten Russifizierung in der Ukraine und waren schon immer das Hauptobjekt des russischen Interesses. Die Situation bleibt also unsicher - niemand weiß, was passieren wird“, fügte er an.

Bischof Stanislav Szyrokoradiuk von Odessa-Simferopol
Bischof Stanislav Szyrokoradiuk von Odessa-Simferopol

Die diplomatischen Bemühungen, Russland dazu zu bewegen, seine Aufrüstung an der Ostgrenze der Ukraine zurückzufahren, sollten deshalb fortgesetzt werden, fordert der Bischof. Aktuellen Schätzungen zufolge habe Russland weiterhin tausende Militärangehörige an der Grenze zur Ukraine.

Angst als „erstes strategisches Ziel einer Invasion“

In einem Interview mit „Catholic News Service” am Mittwoch sagte Bischof Szyrokoradiuk, dass die ständigen Medienbilder von russischen Panzern und Truppenbewegungen den Katholiken „große Angst“ eingeflößt hätten, besonders in Odessa und Charkiw; er sagte, eine solche Angst sei das „erste strategische Ziel einer Invasion“.

„Vielleicht ist das Ziel nur, uns zu erschrecken, oder vielleicht wird die Machtdemonstration plötzlich zu etwas Dramatischem“, erläuterte Bischof Szyrokoradiuk. „Was wir jetzt wirklich brauchen, ist Frieden, damit sich unsere katholische Diözese, die einst klein und isoliert war, als Teil der Weltkirche entwickeln und gedeihen kann.“

In einem Appell Mitte April forderte der Ukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen die internationalen Institutionen auf, bei der Wiederherstellung des Waffenstillstandsabkommens vom Juli 2020 zu helfen. Der neuerliche Anstieg des Beschusses und der Granaten habe „tiefe Trauer und menschliches Leid“ in den ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk, die von Separatisten besetzt sind, verursacht, hieß es weiter.

In einem Fernsehinterview vom 28. April rief der Vorsitzende des Rates, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von Kiew-Halitsch, Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, die Ukrainer im Ausland auf, über die Situation zu berichten und „Zeugen der Wahrheit“ über den siebenjährigen Konflikt zu sein.

(ucan – mg)

29 April 2021, 10:06