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Die aus Palma vor Angriffen durch Islamisten geflohenen Menschen versuchen, wieder zur Normalität zurückzukehren Die aus Palma vor Angriffen durch Islamisten geflohenen Menschen versuchen, wieder zur Normalität zurückzukehren  (ANSA)

Mosambik: Bischöfe alarmiert über Situation in Cabo Delgado

„Eine tragische Situation“, gekennzeichnet durch „Unsicherheit, Hungersnot und Akte der Barbarei“: Diese erlebt nach Worten der Bischofskonferenz von Mosambik (CEM) derzeit die Bevölkerung von Cabo Delgado.

Die Bischöfe des Landes tagen derzeit zu ihrer Frühjahrsvollversammlung in Marracuene. In einer Mitteilung beklagen die Kirchenleute den Konflikt, der seit 2017 in Cabo Delgado herrscht. Allerdings scheuen sie sich auch nicht, dahinter „die ständige Wahrnehmung von Interessen verschiedener Art“ zu benennen, insbesondere die von „bestimmten Gruppen“, die „die Nation und ihre Ressourcen übernehmen“ wollen.

Ausdrücklich verurteilten die Bischöfe „alle Akte der Barbarei“, die dazu geführt haben, dass „wehrlose Menschen getötet, verletzt und misshandelt“ wurden, und dass „ihr Eigentum geplündert, ihre Häuser überfallen und zerstört und die sterblichen Überreste ihrer Vorfahren geschändet wurden.“ Die Bevölkerung, so unterstreicht die CEM in ihrer Note, sei dadurch „gezwungen, das Land zu verlassen, in dem sie geboren wurde“.

Junge Menschen ohne Perspektive

Die Bischöfe warnten in diesen Zusammenhang eindringlich vor der Veruntreuung der Ressourcen der Region, die „in völliger Intransparenz“ stattfinde, „Aufruhr und Groll“ vor allem „in den Herzen der jungen Menschen“ schüre und so „zur Ursache von Unzufriedenheit, Spaltung und Schmerz“ werde. Vielmehr sollten die Ressourcen in den „Dienst der lokalen Gemeinschaften gestellt werden und zu einer Quelle des Lebensunterhalts und der Entwicklung für alle werden“, heißt es weiter.

Junge Menschen hätte keine Perspektive und würden so „verführt und getrieben, sich verschiedenen Formen des Aufruhrs anzuschließen, wie Kriminalität, Terrorismus und politischem und religiösem Extremismus“. Für die Mehrheit der jungen Mosambikaner gebe es in der Tat „keine Möglichkeiten, ein würdiges Leben aufzubauen“, während die Gesellschaft „ihr Leiden ignoriert und nicht auf ihre Stimme hört“. Andererseits scheine das Land selbst keine „Richtung und kein gemeinsames Projekt zu haben“, so die Anklage der Bischöfe.

„Nichts rechtfertigt Gewalt“

„Nichts rechtfertigt Gewalt“, betonen die katholischen Kirchenvertreter anschließend erneut und drücken ihre „totale Solidarität mit den Schwächsten und den jungen Menschen aus, die sich nach einem würdigen Leben sehnen“. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass „die Religionen einen großen Beitrag zur Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften leisten können, weil sie ein Ideal einer geeinten und solidarischen Gesellschaft verfolgen“. Die katholische Kirche ihrerseits habe „sich immer verpflichtet, zum Wohle der Nation mitzuarbeiten, indem sie auf die Gefahren und Schwierigkeiten hinweist“, immer in der Hoffnung, „dass die Verantwortlichen angemessene Lösungen suchen werden“.

Kriegsprofiteure aufhalten

In diesem Zusammenhang fordern die mosambikanischen Bischöfe, dass „die nationalen politischen Kräfte, die im Land anwesenden Organisationen und die internationale Gemeinschaft“ ihre Anstrengungen vereinten, um den Vertriebenen zu helfen und auch „mehr Möglichkeiten für Arbeit und Entwicklung für alle“ zu schaffen. Alle sollten „zur Befriedung des Landes beitragen, indem sie die Bevölkerung schützen, die Wege zur Finanzierung des Krieges stoppen, sowie Einzelpersonen oder Gruppen isolieren und stoppen, die die Tragödie von Cabo Delgado“ für ihren eigenen Vorteil ausnutzen. 

(vatican news - cs)

18 April 2021, 13:52