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Kanadas Premierminister Justin Trudeau Kanadas Premierminister Justin Trudeau  (AFP or licensors)

Kanada: „Gefährlich und potentiell destruktiv“

Die Bischöfe sind bestürzt über das neue Gesetz, das assistierten Selbstmord unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Das Gesetz sei „gefährlich und potentiell destruktiv“; es übe Druck auf Menschen mit psychischen Krankheiten oder Behinderungen aus, sich töten zu lassen.

Der kanadische Senat hatte dem Gesetz, das unter dem Kürzel „MAiD“ bekannt ist, am 17. März zugestimmt – zwei Tage nach dem Parlament. Damit wird Beihilfe zum Suizid auch bei Personen legal, deren Tod nicht „vernünftig vorhersehbar“ ist; das zielt unter anderem auf psychisch kranke Menschen. Dieser Teil des Gesetzes tritt allerdings erst in zwei Jahren in Kraft; in der Zwischenzeit sollen genaue Kriterien ausgearbeitet werden.

„Unsere Haltung bleibt eindeutig“, heißt es im Statement der Bischofskonferenz vom Donnerstag. „Euthanasie und Beihilfe zum Selbstmord bedeuten die Tötung eines menschlichen Lebens und eine Verletzung der Gebote Gottes; sie lassen unsere Würde erodieren und unterminieren die Akzeptanz von Menschen, die leiden oder todkrank sind.“

Kein begleiteter Suizid in kirchlichen Krankenhäusern

Die Bischöfe schließen „kategorisch“ aus, dass katholische Einrichtungen begleiteten Suizid anbieten oder zulassen könnten. Sie fordern die Politik auf, einen Gewissensvorbehalt für Mitarbeitende im Gesundheitswesen anzuerkennen, die nicht an Euthanasie mitwirken wollen.

„Nicht Euthanasie oder Beihilfe zum Suizid, sondern schmerzlindernde Medizin ist die mitfühlende und richtige Antwort auf Leid und Sterben“, so die Bischöfe. Erzbischof Michael Miller von Vancouver forderte, dass schmerzlindernde Medizin „für jeden Kanadier zugänglich und bezahlbar“ sein müsse.

(ucanews – sk)
 

09 April 2021, 12:15