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Gläubige beten für die Freilassung der zehn Entführten in Port-au-Prince Gläubige beten für die Freilassung der zehn Entführten in Port-au-Prince 

Haiti: Drei von sieben entführten Geistlichen wieder frei

Über die Freilassung informierte der Sprecher der örtlichen Bischofskonferenz, Loudger Mazile, am Donnerstag (Ortszeit).

Insgesamt waren vor etwas mehr als einer Woche zehn Personen nahe der Hauptstadt Port-au-Prince entführt worden, darunter drei Laien sowie auch Ordensmänner und -frauen. Unter den nun Freigelassenen sind den Angaben nach weder die drei Laien noch französische Staatsbürger. Die Entführer fordern eine Million Dollar Lösegeld. Die Polizei vermutet eine in der Region tätige bewaffnete Bande namens „400 Mawozo“ hinter der Entführung.

Die katholische Kirche hatte zuletzt zum Streik aufgerufen, um Untätigkeit der Behörden und eine „Diktatur der Entführung“ im Land anzuprangern. Aus Protest wurden in katholischen Kirchen mittags Gottesdienste gefeiert und Glocken geläutet. „Wir prangern Selbstzufriedenheit und Komplizenschaft an, wo immer sie herkommen“, so Erzbischof Max Leroy Mesidor von Port-au-Prince in einer Pressemitteilung.

Regierungsrücktritt angekündigt

Angesichts der Kritik hatte Haitis Präsident Jovenel Moise den Rücktritt der Regierung und die Ernennung eines neuen Premierministers angekündigt, um das Problem der Unsicherheit und Rechtlosigkeit anzugehen. Es wäre der sechste Premierminister in Moises vier Regierungsjahren. Entführungen wegen Lösegeldes durch bewaffnete Banden haben in den vergangenen Monaten in Port-au-Prince und Umgebung zugenommen. Im März erklärte die Zentralregierung des armen Karibikstaates in bestimmten Bezirken der Hauptstadt und einer Provinzregion für einen Monat den Ausnahmezustand, um die „staatliche Autorität“ wiederherzustellen.

(kna- sst)

23 April 2021, 11:43