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Vatican News
Trauergruppe vor dem Supermarkt in Boulder, Colorado, wo ein Amokläufer mehrere Menschen getötet hat Trauergruppe vor dem Supermarkt in Boulder, Colorado, wo ein Amokläufer mehrere Menschen getötet hat  (2021 Getty Images)

USA: Bischöfe fordern schärfere Waffengesetze

Die katholische Kirche in den USA hat nach zwei Amokläufen binnen kurzer Zeit ihre Forderung nach „umsichtigen Maßnahmen der Waffenkontrolle“ erneuert.

Massenerschießungen und Selbstmordattentate durch Schusswaffen gelte es dringend entgegenzuwirken, schrieb Erzbischof Paul S. Coakley von Oklahoma City, Zuständiger für den Bereich Gerechtigkeit und menschliche Entwicklung in der US-Bischofskonferenz, in einer Stellungnahme vom Mittwoch.

Am Montag hatte ein Amokläufer in einem Supermarkt in Boulder im US-Bundesstaat Colorado zehn Menschen erschossen. Erst vor einer Woche wurden ebenfalls in einem Supermarkt in der Nähe der Stadt Atlanta in Georgia acht Menschen durch einen Schützen getötet.

Zum Nachhören - was die US-Bischöfe über die jüngsten Amokläufe sagen

Erzbischof Paul S. Coakley von Oklahoma City schreibt in einer schriftlichen Erklärung auf der Homepage der Bischofskonferenz dazu:

„Die Bischöfe setzen sich seit langem für umsichtige Maßnahmen der Waffenkontrolle ein, um Massenerschießungen und andere Tötungsdelikte und Selbstmorde mit Schusswaffen zu stoppen, und wir stehen zu diesen Positionen. Wir müssen uns immer daran erinnern, dass jeder von uns ein Bruder oder eine Schwester in Christus ist, geschaffen nach dem Bild und Gleichnis des liebenden Gottes. Während wir uns der Karwoche nähern, lasst uns weiterhin über Gottes Liebe und Barmherzigkeit für jeden von uns nachdenken und den Aufruf zur Umkehr des Herzens erneuern.“

Waffenkauf in den USA ist derzeit in vielen Bundesstaaten möglich
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Gebet der Kirche

Erzbischof Coakley versicherte den Familien und Freunden der Getöteten das Gebet der Kirche. In einem Gespräch über Facebook sagte der Erzbischof am Mittwochabend:

„Sie wissen, das Geheimnis des Kreuzes ist das Geheimnis des Leidens. Man kann in der Bibel viele Stellen finden, in denen dieser Schmerz beschrieben wird. Wir können nicht umhin, da das Leiden real ist und weh tut, denn das Leben nimmt manchmal Züge an, die wir uns nicht vorgestellt und geplant haben. Das Leben scheint manchmal unfair zu sein.“

Weiter dankte der Erzbischof den Ersthelfern und rief alle Menschen guten Willens auf, „den Opfern von Gewalt konkrete Unterstützung anzubieten, wo immer dies möglich ist“. Persönliche „Umkehr“ sowie auch eine Neuregelung der Gesetze seien die Notwendigkeit, die daraus folge.

„Doch gerade was passiert ist, ist eine große Herausforderung. Wir können aber immer darauf hoffen, dass Gott uns in jeder Situation beisteht und unterstützt.“

„Was wir jetzt brauchen, ist das Bewusstsein, dass Gott bei jenen ist, die jetzt leiden. Er ist die Heilung und die Befreiung. Jeder von uns erleidet in seinem Leben Momente des Leidens und des Schmerzens. Doch gerade was passiert ist, ist eine große Herausforderung. Wir können aber immer darauf hoffen, dass Gott uns in jeder Situation beisteht und unterstützt.“

Verschärfung des Waffenrechts

US-Präsident Joe Biden hatte sich bereits im Februar für eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen. Er werde dafür nicht die nächste Massenschießerei abwarten, hatte er den Kongress zu einer „vernünftigen“ Waffenreform aufgerufen. Konkret forderte er Hintergrundüberprüfungen für alle Waffenverkäufe sowie ein Verbot von Sturmgewehren und Magazinen mit hoher Kapazität.

(kap/usccb – mg)

26 März 2021, 12:41