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Wenige Jahre nach der Geburt schon verheiratet, das kommt leider immer noch viel zu oft vor, sagt Unicef Wenige Jahre nach der Geburt schon verheiratet, das kommt leider immer noch viel zu oft vor, sagt Unicef   (©Rawpixel.com - stock.adobe.com)

Unicef zum Weltfrauentag: 10 Millionen Kindern droht Zwangsehe

In den vergangenen zehn Jahren konnten laut dem Kinderhilfswerk der vereinten Nationen 25 Millionen Zwangshochzeiten von Kindern verhindert werden – durch die Corona-Pandemie könnte es nun aber einen herben Rückschlag geben.

Weltweit leben laut Unicef derzeit rund 650 Millionen Frauen und junge Mädchen, die als Kinder zwangsverheiratet wurden. In den nächsten zehn Jahren könnten zehn Millionen weitere Fälle hinzukommen, wie aus einer Studie hervorgeht, die das Kinderhilfswerk diesen Montag zum Weltfrauentag veröffentlichte.

„Covid-19 hat eine bereits schwierige Situation für Millionen von Mädchen noch schlimmer gemacht”, so Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Geschlossene Schulen, Isolation von Freundinnen und Freunden sowie Unterstützungsnetzwerken und auch steigende Armut haben Öl in ein Feuer gegossen, das die Welt ohnehin bereits kaum löschen konnte. Aber wir können und wir müssen die Kinderheirat vollständig abschaffen”, erklärte Fore. Sie forderte daher auch umgehende Hilfsmaßnahmen, damit Kindern eine Zwangsheirat erspart bleibt.

„Wir können und wir müssen die Kinderheirat vollständig abschaffen“

„Durch die Wiedereröffnung von Schulen, die Umsetzung wirksamer Gesetze und Politiken, die Sicherstellung des Zugangs zu Gesundheits- und Sozialdiensten - einschließlich geschlechtsspezifischer und fortpflanzungsmedizinischer Gesundheitsdienste - und die Bereitstellung umfassender sozialer Schutzmaßnahmen für Familien können wir das Risiko, dass einem Mädchen ihre Kindheit durch Kinderheirat gestohlen wird, deutlich verringern”, so Fore.

(pm - sst)

08 März 2021, 15:17