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Taizé: das Dörfchen im Burgund hat die dort ansässige Gemeinschaft als Treffpunkt suchender Jugendlicher weithin berühmt gemacht Taizé: das Dörfchen im Burgund hat die dort ansässige Gemeinschaft als Treffpunkt suchender Jugendlicher weithin berühmt gemacht  (©Farmer - stock.adobe.com)

Taizé: „Entscheidungen getroffen, die unsere Leben verändern“

Die Coronapandemie hat Folgen in der Gemeinschaft von Taizé. Das Ausbleiben von Jugendlichen, die wegen der mit dem Virus verbundenen Gefahren nicht ins Burgund reisen können, brachte die Brüder zu der Entscheidung, ihren Lebensstil noch weiter zu vereinfachen. Das sagte Frère Alois, der Prior der Gemeinschaft von Taizé, im Domradio.

„Es ist eine ganz große Umwälzung, dass so wenige Leute kommen und in manchen Wochen überhaupt niemand hier ist. Einige Leute werden zu Ostern kommen können, wir hoffen, dass das so bleibt. Es ist eine große Veränderung für uns, die nicht leicht ist, aber auch ihre positiven Seiten hat. Wir hatten viel mehr Begegnung unter uns Brüdern und konnten darüber nachdenken, wie wir unseren Lebensstil vereinfachen können, denn wir sind dazu jetzt auch gezwungen, und wie wir mehr auf die ökologischen Herausforderungen achten können. So haben wir einige Entscheidungen getroffen, die unsere Leben verändern.“

Hier zum Hören:

Die Umstellungen in der ökumenischen Gemeinschaft haben dabei eine zutiefst geistliche Dimension, sagt Frère Alois.

„Es ist eine Zeit der Vertiefung – des Glaubens, des Vertrauens, und darüber sollen wir nicht nur predigen, sondern wir sind selbst in existenziellen Unsicherheiten wie viele andere Menschen, und das erfordert, dass wir das Gottvertrauen noch viel persönlicher, existenzieller und viel einfacher leben als in Zeiten, wo es uns gut geht. Gut geht materiell, aber auch mit vielen Jugendtreffen, und dass das wegfällt, schafft eine Leere und auch materielle Schwierigkeiten.“

Frère Alois Löser, der Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé
Frère Alois Löser, der Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé

Audienz bei Papst Franziskus

Vergangene Woche, am Donnerstag, empfing Papst Franziskus Frère Alois in Privataudienz. Der Prior freut sich darüber, dass sein jährlicher Termin beim Papst, der eine gewisse Tradition hat, auch dieses Jahr nicht ausfallen musste.

„Am Telefon sagte man uns: Der Papst empfängt, wenn ihr kommen könnt, wird die Audienz stattfinden. Wir in Taizé haben uns riesig gefreut, dass das möglich war wie jedes Jahr, übrigens auch mit seinem Vorgänger Benedikt. Frère Roger hatte diese jährliche Begegnung begonnen, um unsere Gemeinschaft mit dem Papst zum Ausdruck zu bringen. Ich bin dankbar, dass es stattgefunden hat.“

Eine gewisse Betriebsamkeit

An Ort und Stelle im Vatikan, so erzählt es Frère Alois, herrschte sogar eine gewisse Betriebsamkeit.

„Ich war erstaunt, ganze Vormittag war voller Audienzen. Der Papst war auch ganz wohlauf, ich dachte er wird noch müde sein von der Reise in den Irak, aber er war ganz präsent und mit viel Freude und Offenheit. Er hört zu, er empfängt wirklich die Menschen, denen er begegnet, und das hat mich auch diesmal sehr beeindruckt.“

Nächstes Silvestertreffen: Turin

Das europäische Taizé-Silvestertreffen mit Jugendlichen, das zum vergangenen Jahreswechsel in Turin angesetzt war, konnte nur online stattfinden. Das nächste Silvestertreffen plant die Gemeinschaft nach wie vor für Turin – mit begrenzter Teilnehmerzahl, aber gerne in Präsenz.

(domradio/vatican news – gs) 

30 März 2021, 12:12