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Kardinal Ranjith am Sonntag bei einer Demonstration für die schnellere Aufarbeitung der Attentate von 2019 Kardinal Ranjith am Sonntag bei einer Demonstration für die schnellere Aufarbeitung der Attentate von 2019 

Sri Lanka: Schwarzer Sonntag

Tausende von Katholiken haben den Sonntag als „Schwarzen Sonntag“ begangen: Zu den Messfeiern in ihren Pfarreien in allen Teilen des Landes erschienen sie schwarz angezogen.

Damit protestierten sie gegen die schleppende Aufarbeitung der Attentate vom Ostersonntag 2019. In vielen Städten, darunter Colombo, kam es zu Demonstrationen und Schweigeminuten zur Erinnerung an die bei den Attentaten getöteten Menschen.

Um 8.45 Uhr läuteten Kirchenglocken. Zur selben Zeit waren am 21. April 2019 während der Osterfeierlichkeiten Bomben in drei Kirchen explodiert; außerdem griffen islamistische Selbstmordattentäter ungefähr zeitgleich drei Hotels an. Insgesamt starben bei den Anschlägen, die sich alle in oder nahe Colombo ereigneten, mindestens 253 Menschen; Hunderte wurden verletzt.

„Nicht nur Katholiken, sondern alle Menschen in Sri Lanka haben unter den Attentaten gelitten“

Kardinal Malcolm Ranjith von Colombo wirft den Behörden vor, die Untersuchung der Anschläge zu verschleppen und sich nicht um eine Entschädigung der Überlebenden zu kümmern. Er kritisiert außerdem, dass der Untersuchungsbericht einer vom Präsidenten eingesetzten Untersuchungskommission letzten Monat zwar fertiggestellt, aber nicht veröffentlicht wurde.

„Alle Mitglieder der Regierung sollten zusammenarbeiten, um alle Untersuchungen so schnell wie möglich abzuschließen und alle Verantwortlichen einer Strafe zuzuführen“, so Ranjith bei der Messe in der Antoniuskirche in Colombo.

„Nicht nur Katholiken, sondern alle Menschen in Sri Lanka haben unter den Attentaten gelitten“, so Ranjith. „Nach den Anschlägen sind unsere Wirtschaft und die Tourismusindustrie eingebrochen.“

(ucanews - sk)

08 März 2021, 12:33