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Schneelandschaft im März in Rumänien Schneelandschaft im März in Rumänien  (ANSA)

Rumänien: Neue Kirche auf Gelände eines Ex-Folter-Gefängnisses

Das Gefängnis von Pitesti in Rumänien war zur Zeit des Kommunismus ein Ort der Folter, unvorstellbarer Grausamkeiten und des Todes. Nun wird auf dem Gefängnisgrund eine neue orthodoxe Kirche errichtet, die an die Opfer der Vergangenheit erinnern soll.

Die feierliche Grundsteinlegung nahm der Bischof der Erzdiözese Arges und Muscel, Calinic (Argatu), vor, wie das Nachrichtenportal basilica.ro berichtete. Vor der Grundsteinlegung feierte Erzbischof Calinic vor Ort einem Gedenkgottesdienst für die tausenden Opfer von Pitesti und darüber hinaus. Für das neue Kirchenprojekt maßgeblich verantwortlich ist der örtliche Gefängnisseelsorger P. Cozmin Ionu Miloiu.

Pitesti, rund 120 Kilometer westlich von Bukarest, steht für eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Rumäniens. Das Gefängnis wurde in seiner jetzigen Form zwischen 1937 und 1941 erbaut und diente bis 1977 als Haftanstalt. Es war von 1949 bis 1952 Ausgangspunkt und einer der Hauptschauplätze des sogenannten „Pitesti-Experiments“.

Sadistische Folterer gegen Theologen

Das Gefängnis in Pitesti wurde u.a. auch deshalb ausgewählt, weil es besonders ausbruchssicher und dermaßen weit außerhalb der zugehörigen Stadt lag, dass die Schreie der Gefolterten von der Bevölkerung nicht gehört werden konnten. Zur körperlichen Folter kamen Schlafentzug und psychische Erniedrigungen. Der Tortur konnten sich die Opfer nur dadurch entziehen, dass sie selbst zu Tätern wurden.

Besonders sadistisch verhielten sich die Folterer gegenüber Theologiestudenten. Sie und andere bekennende Christen wurden besonders erniedrigenden Prozeduren ausgesetzt. Bis zum Ende des kommunistischen Regimes 1989 war das Thema in Rumänien tabu, und auch danach kam die Aufarbeitung nur schleppend voran. Nun setzt auch die orthodoxe Kirche ein deutliches Zeichen des Gedenkens an die Opfer.

(pro oriente - mg)

20 März 2021, 11:22