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Diese Foto-Combi vom Montag zeigt burmesische Demonstranten in Schutzausrüstung Diese Foto-Combi vom Montag zeigt burmesische Demonstranten in Schutzausrüstung  (AFP or licensors)

Krise in Myanmar: Mindestens 18 Tote bei Protesten am Sonntag

Die Demonstrationen in Myanmar gehen trotz der Repressalien durch die Militärjunta weiter. Berichten zufolge seien allein am Sonntag 18 Menschen ums Leben gekommen, doch es gebe auch Polizisten, die sich auf die Seite der Demonstranten schlügen.

In der Wirtschaftsmetropole Yangon setzte die Polizei am Montag Panzerfahrzeuge und Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen, die sich in mehreren Vierteln gesammelt hatte. Am Sonntag hingegen habe die Armee an verschiedenen Orten, darunter auch Yangon, das Feuer auf die Menge eröffnet, auch Tränengas sei zum Einsatz gekommen, berichtet unter anderem die Agentur Asianews. Fotos zeigen christliche Ordensangehörige und buddhistische Mönche, die die Polizei bitten, nicht auf die Menge zu schießen.

Keine „sozialen Unruhen“

In den sozialen Medien wie auch während der Proteste verwahren sich die Demonstranten gegen die Definition „soziale Unruhen“, wie sie die Militärregierung für die Massenaufstände nutzt. Vielmehr handele es sich um „Gewalt, die durch General Min Aung Hlaing“, den obersten Führer der Armee und Anführer hinter dem Putsch, verursacht werde.

Die Polizei setzt an diesem Montag in Yangon Tränengas gegen die Demonstranten ein
Die Polizei setzt an diesem Montag in Yangon Tränengas gegen die Demonstranten ein

Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros seien am Sonntag „Polizei und Militär mit tödlicher und weniger tödlicher Gewalt gegen friedliche Demonstrationen“ vorgegangen, „wobei mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 30 verletzt wurden. Die Todesfälle sind auf den Einsatz von tödlichen Geschossen zurückzuführen, die in Yangon, Dawei, Mandalay, Myeik, Bago und Pokokku in Menschenmengen gefeuert wurden. An mehreren Stellen wurden Tränengas, Blendgranaten und ohrenbetäubende Granaten eingesetzt.“

Anklage gegen Aung San Suu Kyi wegen Erwerb von Walkie-Talkies 

Die Bevölkerung fordert weiterhin die Freilassung von Aung San Suu Kyi, die an diesem Montag vor den Richtern erschien. Sie wird beschuldigt, illegal Walkie-Talkies gekauft und die Anti-Covid-Richtlinen verletzt zu haben. Bei der Anhörung sind Berichten zufolge darüber hinaus zwei weitere Anklagepunkte hinzugefügt worden. Einer betrifft einen Paragraphen des Strafgesetzbuchs aus der Kolonialzeit, nach dem die Publikation von Meldungen oder Informationen verboten ist, die „Angst oder Alarm“ auslösen könnten. Der andere Anklagepunkt betrifft nach den Angaben ihres Anwalts, der Aung San Suu Kyi an diesem Montag erstmals nach ihrer Verhaftung vor einem Monat sehen konnte, das Telekommunikationsgesetz. Es gehe um Lizenzen für Equipment.

„Wir werden wieder einmal verlieren“

(asianews/pm/agenturen - cs)

01 März 2021, 13:16