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Demografischer Winter in Italien Demografischer Winter in Italien 

Italien schrumpft: Viele Coronatote, wenige Geburten

Für 2020 meldet Italien ein Rekordtief von Geburten seit 1861, dem Jahr der italienischen Einigung. Zugleich stieg die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des Coronavirus um rund 18 Prozent.

Infolge dieses Trends sank die Bevölkerungszahl in Italien unter die Schwelle von 60 Millionen Einwohnern, meldete das Statistikamt Istat. Der Rückgang entspricht einem Minus bei der Bevölkerungszahl von 0,6 Prozent. Die Geburten gingen um 3,8 Prozent zurück. Die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen in Italien war 2020 so groß wie seit der Spanischen Grippe von 1918 nicht mehr.

Papst Franziskus hat die sinkenden Geburtenraten in Europa und speziell in Italien oft beklagt. „Die Geburten in Italien sind zurückgegangen und die Zukunft ist in Gefahr“, sagte er beim Angelus am 7. Februar 2021. „Lasst uns diese Sorge aufgreifen und versuchen, dafür zu sorgen, dass dieser demografische Winter endet und ein neuer Frühling von Jungen und Mädchen erblüht.“

„Die Zukunft ist in Gefahr“

Zurück gingen im Pandemiejahr 2020 auch die Eheschließungen in Italien, und zwar um fast 48 Prozent. Davon betroffen waren überproportional häufig kirchliche Hochzeiten, die ein Minus von 68 Prozent verzeichneten.

Italiens Bevölkerung schrumpft bereits seit 2015. Die anhaltende Pandemie und ihre Folgen für die Wirtschaft drohen die demografischen Probleme Italiens noch weiter zu verschärfen. Die Zahl der Neugeborenen könnte 2021 erstmals unter die Schwelle von 400.000 sinken, so das Statistikamt. Die Ungewissheit im Zug der Pandemie halte immer mehr Paare davon ab, ihre Familie zu vergrößern.

Italien zählt zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern. Über 106.000 Menschen starben seit Februar 2020 an oder mit Covid-19, und 3,3 Millionen haben sich mit dem Coronavirus angesteckt.

(diverse/vatican news – gs)

30 März 2021, 09:20