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EU: Sonntag als synchronisierte Freizeit betrachten

Die Europäische Sonntagsallianz hat die politischen Entscheidungsträger in der EU aufgefordert, den Sonntag und die Feiertage als „synchronisierte Freizeit zur Priorität auf die sozialpolitische Agenda zu setzen“. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung ermutigt die Allianz - deren Mitglied die EU-Bischofskommission COMECE ist - die EU-Kommission, ihren bevorstehenden Vorschlag für eine Richtlinie über ein Recht auf Nichterreichbarkeit mit Artikel 2 der Sozialcharta des Europarates in Einklang zu bringen.

Es soll das Recht auf Nichterreichbarkeit in der EU geben und somit ein Anrecht auf „freie Tage“. Anlässlich des Internationalen Tages des freien Sonntags fordert die Europäische Sonntagsallianz die EU-Institutionen auf, dies als Priorität auf die sozialpolitische Agenda zu setzen, insbesondere „in Zeiten, in denen die Covid-19-Pandemie die bestehenden Herausforderungen der Digitalisierung durch Arbeitsintensivierung und Arbeitszeitverlängerung beschleunigt hat und damit eine gesunde Work-Life-Balance für mehr Menschen gefährdet“, heißt es in der Erklärung.

Recht auf Nichterreichbarkeit

Die Allianz ermutigt die Europäische Kommission, „ihren bevorstehenden Vorschlag für eine Richtlinie über ein Recht auf Nichterreichbarkeit mit Artikel 2 der Sozialcharta des Europarats in Einklang zu bringen“. Der Artikel schreibt „eine wöchentliche Ruhezeit“ fest vor, „die so weit wie möglich mit dem Tag zusammenfällt, der in dem betreffenden Land oder der betreffenden Region traditionell oder gewohnheitsmäßig als Ruhetag anerkannt ist."

„Bedauerlicherweise“, heißt es in der Erklärung, „wurde 1996 in der EU-Richtlinie zur Arbeitszeitgestaltung eine Bestimmung gestrichen, die den Sonntag als gemeinsamen Ruhetag für Arbeitnehmer vorsah, weil der Europäische Gerichtshof befand, dass die Richtlinie nicht erklären konnte, warum der Sonntag als wöchentlicher Ruhetag enger mit der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer verbunden ist als jeder andere Tag der Woche."

In ganz Europa debattiert

Die Einführung eines europäischen Rechts auf Nichterreichbarkeit wird derzeit in ganz Europa debattiert. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie ein gesundes, sicheres und gut angepasstes Arbeitsumfeld stünden im Mittelpunkt der Europäischen Säule sozialer Rechte, zu deren Umsetzung sich alle EU-Institutionen und die Regierungen der Mitgliedsstaaten verpflichtet haben, so die COMECE in einer Stellungnahme.

Die COMECE ist Mitglied und Gründer der Europäischen Sonntagsallianz. Die Allianz ist ein breites Netzwerk von mehr als 100 nationalen Sonntagsallianzen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, zivilgesellschaftlichen Vereinigungen, Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Europäischen Union. Die Allianz setzt sich dafür ein, das Bewusstsein für den einzigartigen Wert des Sonntags für unsere Gesellschaft und für die Bedeutung eines gemeinsamen Ruhetages zu schaffen.

(pm – mg)

04 März 2021, 10:53