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Syrisches Lager im Nordosten des Landes Syrisches Lager im Nordosten des Landes  (AFP or licensors)

Caritas Internationalis: Kindern in Syrien eine Zukunft geben

Im vergangenen Jahr benötigten schätzungsweise 11,1 Millionen Menschen in Syrien „irgendeine Form von humanitärer Hilfe“. Das teilte Caritas Internationalis mit. Darunter seien 4,7 Millionen Menschen mit akutem Bedarf gewesen, während die Zahl der Binnenvertriebenen bei 6,7 Millionen lag. Zu all dem komme noch die starke Auswirkung der Corona-Pandemie hinzu, die im Land bis heute insgesamt fast 16 Tausend Fälle und über tausend Todesfälle verursacht habe, zusammen mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten.

Vor zehn Jahren, am 15. März 2011, begann der dramatische Konflikt in Syrien. An jenem Tag kam es in Damaskus zu starken Protesten, weil einige Jugendliche von der Polizei verhaftet wurden, als sie Graffiti gegen Präsident Bashar al-Assad malten. In den folgenden Tagen wuchsen die Proteste, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei und einige Demonstranten wurden getötet. So begann ein erschütternder Krieg mit einer langen und komplexen Spur, die bis heute unzählige Tote, Verletzte und Vertriebene auf der Suche nach Sicherheit zur Folge hatte. In Syrien - so betont die katholische Hilfsorganisation - lebten 8 von 10 Menschen unterhalb der Armutsgrenze, und Kinder, schwangere Frauen, junge Mädchen, Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen seien besonders gefährdet.

„Tomorrow is in our hands“

Caritas Internationalis rief deshalb die Kampagne „Tomorrow is in our hands“ ins Leben, mit Blick auf diese gefährdeten Gruppen, insbesondere Minderjährige. „Syrische Kinder haben nichts anderes als Krieg gekannt, sie haben gelernt, sich beim ersten Geräusch zu verstecken, sie haben sich von ihren Lieben und Freunden verabschiedet, die zur Auswanderung gezwungen oder bei den Kämpfen getötet wurden. Vor allem aber laufen Minderjährige Gefahr, ihrer Zukunft beraubt zu werden: Schon Ende 2019 waren schätzungsweise 2,45 Millionen von ihnen, also jeder Dritte, nicht in der Schule“, heißt es in der Caritas-Mitteilung. Das Coronavirus habe „50 Prozent der Kinder aus dem Bildungssystem verdrängt und sie der Falle der Kinderarbeit ausgesetzt“.

Die Caritas-Kampagne konzentriere sich daher auf drei Ziele: humanitäre Hilfe, Bildung und Gesundheit.  Erstens ziele es darauf ab, „die Kinder in den Bildungsstätten zu unterstützen, indem sie mit einer täglichen Mahlzeit versorgt werden, um ihnen zu helfen, die Anwesenheit im Klassenzimmer zu erhöhen und aufrechtzuerhalten“; zweitens sollten sie „mit einem kompletten Kit von Bildungsmaterialien entsprechend ihrer Altersgruppe ausgestattet werden“; schließlich sollten sie „über Anti-Covid-Hygiene- und Gesundheitsregeln aufgeklärt werden, um zu verhindern, dass sie zu Überträgern der Ansteckung in der Familie und unter Gleichaltrigen werden“. Jedes Ziel der Kampagne kann von Spendern mit einem jeweiligen Beitrag von 25, 50 oder 100 Euro unterstützt werden. Alle Informationen zur Kampagne finden Sie auf der Website https://www.caritas.org/2021/02/syria-tomorrow-is-in-our-hands/.

(vatican news – mg)

06 März 2021, 11:33