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Bauarbeiten in Jordanien Bauarbeiten in Jordanien 

Jordanien: Neue Kirche für 1.000 Gläubige fertiggestellt

In der Nähe der jordanischen Hauptstadt Amman freuen sich die Gläubigen des lateinischen Ritus über einen Kirchenneubau, der Platz für 1.000 Messbesucher bietet. An Weihnachten 2020 wurde nach vierjähriger Bauzeit die erste Messe gefeiert.

Bischof William Shomali, seines Zeichens seit 2017 Vikar des Lateinischen Patriarchats von Jordanien, feierte am vergangenen 14. Februar aus Anlass des Weltkrankentages seine erste Messe in der neuen Kirche St. Paulus der Apostel. Die Kirche befindet sich in Jubeiha, etwa 10 Kilometer nordwestlich von Amman, in Jordanien. In Jubeiha gibt es heutzutage etwa 1.200 Familien die dem lateinischen Ritus folgen. Das haschemitische Königreich hat eine sunnitische Bevölkerungsmehrheit.

Die Idee, in Jubeiha eine Pfarrei zu gründen, geht laut dem italienischen Portal des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem auf das Jahr 1984 zurück. Der Priester Labib D'Aibes sah, dass die aus 200 Familien bestehende christliche Gemeinde in stetem Wachstum begriffen war. Der Bau einer Pfarrschule führte zu einem weiteren Anstieg der Zahl der Christen, die dann gezwungen waren, die Messen im Atrium des Schulkomplexes zu besuchen. Auch christliche Flüchtlinge aus anliegenden Ländern, die zahlreich in Jordanien Aufnahme finden, trugen dazu bei, dass sich die Anzahl der Gemeindemitglieder stets erhöhte. 

Eine großzügige Spende machte den Bau möglich

Im Jahr 2016 wurde ein neues Gebäude geplant, um würdigere Liturgien und eine bessere Teilnahme am Gemeindeleben zu ermöglichen. Dank der von der örtlichen Gemeinde gesammelten Gelder und der Großzügigkeit privater Spender wurde das Projekt möglich gemacht. Das Land für den Bau der Kirche wurde von einem Gemeindemitglied und Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Omar Naber, gestiftet, der auch Gelder für die frühen Phasen des Baus bereitstellte. Weitere Mittel wurden im Laufe der Jahre vom Orden des Heiligen Grabes gespendet.

Im März des vergangenen Jahres verhängte auch die jordanische Regierung im Zug der Corona-Pandemie Einschränkungen und die Arbeit wurde eingestellt. Im Juni konnte es weitergehen und bis Ende des Jahres war der Bau abgeschlossen. Die Kirche St. Paulus der Apostel hat eine Kapazität von 1.000 Gottesdienstbesuchern und bitet eine Vielzahl von Gottesdiensten.

Heute leben in der Stadt Jubeiha 1.200 Familien des lateinischen Ritus; die neue - und wie das Patriarchat hervorhebt, lange erwartete - die Kirche ist nun für die Seelsorge im nördlichen Teil des Regierungsbezirkes Amman mit 12.000 Christen zuständig.

Staatsreligion ist der Islam

Der Islam ist die Staatsreligion im haschemitischen Königreich. Es wird geschätzt, dass 92 Prozent der Bevölkerung sunnitisch sind und dass die Christen etwa acht Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die Christen sind hauptsächlich griechisch-orthodox; darüber hinaus gibt es auch griechische Katholiken, koptisch-orthodoxe, armenisch-orthodoxe und syrisch-orthodoxe Gläubige sowie eine kleine Anzahl von Protestanten und lateinischen Katholiken, neben einigen wenigen Schiiten, Drusen und Baha'is.

(pm - cs)

24 Februar 2021, 10:26