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Innenansicht eines buddhistischen Tempels Innenansicht eines buddhistischen Tempels 

Interreligiöser Friedenspreis für buddhistische Nonne

Der Niwano-Friedenspreis geht in diesem Jahr an die buddhistische Nonne und Umweltaktivistin Shih Chao-hwei. Sie wird damit gewürdigt für ihren Einsatz – „in besonderer Weise für Frieden und den Schutz des Lebens“ sowie für Gender-Gerechtigkeit und offenen Dialog zwischen verschiedenen Religionen und sozialen Gruppen, heißt es in einer Pressemitteilung der japanischen Niwano-Friedensstiftung (Freitag).

Der Niwano-Friedenspreis wird bereits zum 38. Mal verliehen. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 156.000 Euro verbunden. Die Preisverleihung soll am 2. Juni in Tokio stattfinden.

Preisträgerin aus Myanmar

Shih Chao-hwei wurde 1957 in Myanmar geboren; 1965 zog sie nach Taiwan, wo sie 1978 geweiht wurde. An der Hsuan Chuang Universität ist sie Professorin für Religion. Sie ist bekannt wegen ihres Engagements für Frauenrechte, Demokratie und atomare Abrüstung. Zudem macht sie sich seit Jahren für die Demokratie in ihrer Heimat Myanmar, politische Gefangene, die Friedensbewegung und Naturschutz stark. Texte von ihr auf Deutsch wurden unter anderem im Münsterschwarzacher Vier-Türme-Verlag veröffentlicht.

„Was sich uns bietet, ist eine noch nie da gewesene Gelegenheit, etwas Besseres für alle fühlenden Wesen zu schaffen“

In ihrer Annahme der Auszeichnung verwies die Preisträgerin auf die aktuelle Pandemie. Diese habe „langgehegte Illusionen entlarvt und alte Muster erschüttert", so Chao-hwei. „Was sich uns bietet, ist eine noch nie da gewesene Gelegenheit, etwas Besseres für alle fühlenden Wesen zu schaffen."

Mehr zum Niwano-Preis

Die 1978 gegründete Niwano Peace Foundation setzt sich in Bereichen wie Bildung, Wissenschaft, Religion und Philosophie für Weltfrieden ein. Zu den bisherigen Preisträgern des Niwano-Friedenspreises zählen unter anderen die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio, der Islamische Weltkongress, die brasilianischen Befreiungstheologen Helder Camara und Kardinal Paulo Evaristo Arns, der Schweizer Theologe Hans Küng und der frühere evangelisch-lutherische Bischof Munib Younan.

Namensgeber der in Tokio ansässigen Stiftung ist der Japaner Nikkyo Niwano (1906-1999), der die buddhistische Laienbewegung Rissho Kosei-Kai gründete. Er gehörte zu den nichtchristlichen Beobachtern des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965).

(pm/kna - sst)

26 Februar 2021, 14:18