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Haiti: Es brennt Haiti: Es brennt  (AFP or licensors)

Haiti: „Am Rand einer Explosion“

Haiti erlebt „eine Situation extremer Not" und steht „am Rande einer Explosion": Das sind die dramatischen Worte in der Botschaft, die von der dortigen Bischofskonferenz (CEH) veröffentlicht wurde.

Die Einwohner des Landes wurden aufgefordert, „solidarisch miteinander zu sein, besonders mit denen, die leiden". „Der Alltag der Bevölkerung", schreiben die Bischöfe, „besteht aus Tod, Mord, Straflosigkeit, Unsicherheit", die „überall, in fast allen Regionen" für Unzufriedenheit gesorgt haben.

Gleichzeitig bekräftigen die Bischöfe, dass niemand über dem Gesetz und der nationalen Verfassung stehe. Themen wie die Einrichtung eines provisorischen Wahlrates oder die Ausarbeitung einer anderen Verfassung hätten die bereits bestehenden Spannungen nur verschärft und das Land „völlig unbewohnbar" gemacht. Hinzu kommt die Geißel der „ständigen Entführungen" und eine schwere „sozio-politische und wirtschaftliche Krise, die durch das Gift des Hasses und des Misstrauens angeheizt wird".

Haiti ist seit Monaten in einer Spirale von Krisen und Streiks gefangen. Zuletzt sorgte ein umstrittener Polizeistreik für Unruhe, danach legte ein Streik der Staatsanwälte das Justizsystem des Landes lahm. Hinzu kamen Proteste von Studenten, die zuletzt gegen die Ermordung eines Professors und dann gegen die brutale Vergewaltigung einer Schülerin demonstrierten. Die Corona-Krise sorgte zudem für einen wirtschaftlichen Einbruch.

Fast die Hälfte der haitianischen Bevölkerung benötigt nach einer jüngsten Einschätzung des UNO-Büros für humanitäre Angelegenheiten humanitäre Hilfe. Die Ernährungsgrundlage von rund 4,1 Millionen Menschen sei in Folge der Corona-Pandemie nicht sichergestellt.

(vatican news – gs)

07 Februar 2021, 16:41