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Nach dem Beben Nach dem Beben  (ANSA)

Kroatien: Verzweiflung nach Erdbeben groß

Nach dem verheerenden Erdbeben in Kroatien vergangene Woche und den mehr als 300 Nachbeben läuft die internationale Hilfe für die Erdbebenopfer an.

Die Beben haben tausende Häuser zerstört, darunter auch Krankenhäuser und Kirchen. „Die am stärksten vom Beben betroffenen Orte befinden sich in einem extrem strukturschwachen Gebiet des Landes“, erläuterte Andreas Knapp, Auslandshilfe-Generalsekretär der Caritas Österreich, in einer Erklärung am Dienstag die Situation.

Besonders kritisch sei die Lage etwa in den Städten Sisak und Petrinja; aber auch in vielen Dörfern und kleinen Ortschaften mit teils nur noch alten, alleinstehenden Bewohnern herrschten verheerende Zustände. Die Hilfsorganisation bittet dringend um Spenden für den Wiederaufbau.

Angst vor Plünderungen

„Infrastruktur, Krankenhäuser und Straßen wurden in den letzten 30 Jahren vernachlässigt, was auch die besonders starken Schäden erklärt“, so Knapp. Die Caritas unterstütze daher besonders vulnerable Dorfbewohner in abgelegenen Gebieten, wo Betroffene ihre zerstörten Häuser nicht verlassen wollten. Als Grund nannte Knapp die Angst vor Plünderungen, aber auch die notwendige Versorgung von Anwesen und Vieh. Sie müssten in den Kellern der zerstörten Häuser übernachten, in Autos oder unter provisorischen Nylon- oder Planendächern.

Konkret geholfen werden soll auch bei der Renovierung von beschädigten Häusern - einerseits durch Gutscheine für Baumaterialien, andererseits durch die Organisation von Bautrupps, die vor allem älteren Menschen bei der Renovierung helfen sollen. Außerdem sollen beheizbare Wohncontainer als Übergangswohnmöglichkeit bereitgestellt werden, um den Menschen zu ermöglichen, bei Häusern, Tieren und Gärten zu bleiben, erläuterte der Auslandshilfe-Generalsekretär.

Verteilung von Spenden schwierig

Ähnliches berichtete auch Marko Cvitkui, Generalvikar der Diözese Sisak, der die Hilfe der Caritas vor Ort koordiniert. „Viele haben ihre Wohnungen verloren und bleiben Tag und Nacht im Freien.“ Am schwierigsten sei aber die Lage in den ländlichen Gebieten, wo beschädigte Straßen die Verteilung von Sachspenden schwierig gestalten würden.

Hilfe erhalten die Betroffenen in den ländlichen Gebieten von Freiwilligentrupps der Caritas Zagreb und der Caritas Sisak. Täglich seien 200 Freiwillige unterwegs, die neben der Feststellung der Schäden auch Lebensmittelpakete, Hygienematerial und warme Kleidung zur Verfügung stellen, so Cvitkui.

(kap – sk)
 

06 Januar 2021, 11:04