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Menschen versammeln sich um den Anschlagsort in Bagdad Menschen versammeln sich um den Anschlagsort in Bagdad 

Irak: Anschlag eine „Botschaft des Todes“

„Sie wollten eine Botschaft des Todes senden, die vielleicht mit dem Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Land zu tun hat, oder mit dem Wahlprojekt. Doch es bleibt die Tatsache, dass es keine Erklärung oder Übernahme von Verantwortung seitens derjenigen gibt, die hinter diesen Explosionen stecken“: Mit diesen Worten reagierte der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako gegenüber der Agentur Fides auf die blutigen Selbstmordanschläge im Herzen Bagdads an diesem Donnerstag.

Bislang liegt Aussagen der zuständigen Behörden noch kein Bekennerschreiben für die Attentate vor, die zwei Selbstmordattentäter im Abstand von wenigen Minuten auf einem belebten Altkleidermarkt in der irakischen Hauptstadt ausgeführt hatten. Wie der Leiter des irakischen Katastrophenschutzes erklärte, entspräche die Art der Ausführung des Anschlages jedoch derjenigen, die den Terroristen des Daesh (IS) zugeschrieben wird.

Neben den etwa 30 Todesopfern wurden rund 90 Menschen durch die Explosionen verletzt. Seit Juni 2019 war es im Zentrum Bagdads nicht mehr zu ähnlichen Attentaten gekommen. Papst Franziskus hatte kurz nach Bekanntwerden der Nachricht mit einem Beileidstelegramm reagiert. Er plant eine Reise in den Irak, die – abhängig von der allgemeinen Gesundheits- und Sicherheitslage - vom 5. bis 8. März stattfinden und außer Bagdad auch nach Erbil, Mossul, Karakosch und Ur führen soll. Es wäre die erste Reise eines Papstes in das Zweistromland.

(fides/vatican news - cs)

22 Januar 2021, 10:43