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Nur noch dänische Predigten in Dänemark? Nur noch dänische Predigten in Dänemark? 

Dänemark: EU-Kardinal verteidigt nicht-dänische Predigten

Der Präsident der katholischen EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Jean-Claude Hollerich, hat vor dem geplanten Verbot anderssprachiger Predigten in Dänemark gewarnt. „De facto würde das Grundrecht auf Religionsfreiheit unangemessen behindert", sagte der Erzbischof von Luxemburg am Freitag in Brüssel.

Er sehe solche Tendenzen mit Sorge, so Hollerich. Sie seien „Teil eines breiteren, zunehmenden Trends der Vernachlässigung des Grundrechts auf Religionsfreiheit in den EU-Mitgliedstaaten und sogar auf der Ebene des EU-Gerichtshofs".

In Dänemark will die sozialdemokratische Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen per Gesetz nur noch Predigten in dänischer Sprache erlauben. Ziel ist es, mehr Kontrolle in muslimischen Gemeinden zu erreichen, deren Imame auf Arabisch predigen. Alle Minderheiten in Dänemark gleichermaßen, auch die deutsche, würden dann ihre Predigten auf Dänisch übersetzen und veröffentlichen müssen.

Das Ziel, Radikalisierung und Anstiftung zu Hass und Terrorismus zu verhindern, sei verständlich, so der Vorsitzende der EU-Bischofskommission. „Negative oder diskriminierende Auswirkungen" auf Kirchen und Religionsgemeinschaften sollten aber vermieden werden. Besonders betroffen seien kleinere Konfessionen, die nicht nur nicht über die finanziellen Mittel verfügten, um die Anforderungen zu erfüllen, sondern häufig aus Einwanderergemeinschaften bestünden, so Hollerich. Es brauche einen intensiven Dialog zwischen der Nordischen Bischofskonferenz, den Behörden und den betroffenen Gemeinden.

(kap – gs)

22 Januar 2021, 16:54