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Frauen besuchen am 12. Dezember in Eriwan die Gräber ihrer während des Karabach-Konflikts getöteten Angehörigen Frauen besuchen am 12. Dezember in Eriwan die Gräber ihrer während des Karabach-Konflikts getöteten Angehörigen  (AFP or licensors)

Armenien: Dreitägige Staatstrauer

Sechs Wochen nach Ende der Kämpfe um die Südkaukasusregion Berg-Karabach hat in Armenien eine dreitägige Staatstrauer für die getöteten Soldaten begonnen. Der Regierungschef des christlich geprägten Landes, Nikol Paschinjan, hatte den Beginn der Staatstrauer auf den 40. Tag nach Ende der Kampfhandlungen angesetzt. Er zog mit Tausenden von Menschen zu einem Friedhof der Hauptstadt, um Blumen und Kränze niederzulegen. Das Gedenken dauert bis Montag.

Der jüngste Krieg mit insgesamt mehr als 4.600 Toten auf Seiten Armeniens und Aserbaidschans endete am 10. November mit einem von Russland vermittelten Waffenstillstandsabkommen. Auch in Berg-Karabach, wo Russland nach dem Abkommen 2.000 Friedenssoldaten stationiert hat, setzten die Behörden Staatstrauer an. Dagegen hatte Aserbaidschan das Ende des Krieges am 10. Dezember mit einer großen Siegesparade des Militärs und mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als Ehrengast in der Hauptstadt Baku gefeiert.

Lage in der Region bleibt angespannt

Die Lage in der Region bleibe gespannt, berichten Mitarbeiter verschiedener Hilfswerke. Etliche katholische Hilfsorganisationen sind auf beiden Seiten aktiv. Doch Mitarbeiter von Institutionen, die sich um eine Stabilisierung der Region kümmern, haben es schwer. Immer wieder sterben Einsatzkräfte bei Minenentschärfungen. Zudem habe es schon mehrere Verstöße gegen die Waffenruhe gegeben. Armenien warf Aserbaidschan vor, Soldaten in Karabach eingekesselt und als Gefangene genommen zu haben.

Armenien und Aserbaidschan kämpfen seit Jahrzehnten immer wieder um Berg-Karabach. In dem neuen Krieg, der am 27. September begonnen hatte und bis zum 9. November dauerte, holte sich das islamisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Das Land wurde von seinem „Bruderstaat“ Türkei unterstützt. Als Schutzmacht des christlichen Armeniens gilt Russland.

(reuters/afp – mg)

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19. Dezember 2020, 13:10