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Wavel Ramkalawan Wavel Ramkalawan  (AFP or licensors)

Seychellen: „Ausgezeichnetes Beispiel für übriges Afrika"

Die Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz (AACC) hat dem neuen Präsidenten der Seychellen, Wavel Ramkalawan, gratuliert. Der anglikanische Priester und Oppositionsführer war aus den Wahlen vom Oktober als Sieger hervorgegangen.

„Demokratische Wahlen und ein friedlicher Übergang sind ein ausgezeichnetes Beispiel, dem man im übrigen Afrika folgen sollte, wo Wahlen in den meisten Fällen zu Spannungen, Gewalt und großen Umwälzungen führen“, heißt es in der AACC-Botschaft, in der zum Gebet für den neuen Präsidenten aufgerufen wird. Den scheidenden Präsidenten Danny Faure loben die Kirchenvertreter für sein Verhalten während des Wahlkampfes und dafür, dass er einer „echten Demokratie“ Raum gegeben habe.

Der 59-jährige Oppositionsführer und anglikanische Priester Wavel Ramkalawan hatte bei den Wahlen im Oktober 54,9 Prozent der Stimmen erhalten, wie am 25. Oktober bekannt wurde. Der bisherige Amtsinhaber Danny Faure war auf 43,5 Prozent gekommen. Die Partei von Ramkalawan hatte bei der zeitgleich stattfindenden Parlamentswahl 25 der 35 Sitze gewonnen. Faures Partei, die seit einem unblutigen Putsch 1977 an der Macht war, kam lediglich auf zehn Sitze.

Historischer Wendepunkt


„Faure und ich sind gute Freunde“, wandte sich Ramkalawan in seiner ersten Rede an seinen Konkurrenten, „und eine Wahl bedeutet nicht das Ende Ihres Beitrags für Ihre Nation. Bei dieser Wahl gab es weder Verlierer noch Gewinner. Unser Land hat die Möglichkeit erhalten, der Endsieger zu werden.“

Das als Urlaubsparadies geltende Land wurde durch die Corona-Krise wirtschaftlich schwer getroffen und steht vor großen Herausforderungen. Ramkalawans Wahl markiert einen historischen Wendepunkt auf den Seychellen, wo die Präsidentschaft nach 43 Jahren an die Oppositionspartei übergeht.

Die Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz (AACC) ist eigenen Angaben nach der größte Zusammenschluss anglikanischer, protestantischer, orthodoxer und indigen geprägter Kirchen in Afrika und Mitglied des weltweiten ökumenischen Netzwerkes.


(vatican news – pr)
 

04 November 2020, 16:25