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Yad Vashem und Auschwitz-Komitee begrüßen Facebook-Entscheidung

Die Jerusalemer Holocaustgedenkstätte Yad Vashem hat die Entscheidung von Facebook begrüßt, Holocaust-Leugnung zukünftig von den Seiten des Sozialen Netzwerks zu verbannen. Ähnlich äußerte sich das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) am Montagabend in Berlin: Angesichts der weltweiten Einflussmöglichkeiten des Internetkonzerns und mit Blick auf die große Zahl der Nutzer sei dies eine „lange überfällige Entscheidung".

IAK-Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner sagte: „Angesichts der weltweiten Gewaltbereitschaft von Antisemiten und rechtsextremen Hasspredigern ist diese Entscheidung von großer symbolischer Bedeutung. Holocaust Leugner werden ihre Lügen und ihren Hass nicht mehr über Facebook verbreiten können." Es sei gut, dass Facebook-Chef Marc Zuckerberg letztlich doch die Bedeutung seiner Macht und die verbale und reale Existenz rechtsextremen und antisemitischen Hasses erkannt habe. Am Montag hatte Zuckerberg angekündigt, dass Inhalte, in denen der Holocaust geleugnet oder verfälscht wird, künftig weltweit auf den Facebook-Seiten verboten werden. Als Grund gibt er zunehmenden Antisemitismus an.

Die Leiterin der Kommunikationsabteilung der Gedenkstätte Yad Vashem, Iris Rosenberg, äußerte nach der Facebook-Ankündigung die Hoffnung, dass die Änderungen „mit der Zeit dazu beitragen werden, alle Formen von Antisemitismus, Hass und Fanatismus zu bekämpfen, die uns sowohl online als auch offline plagen". Yad Vashem setze sich seit langem dafür ein, Holocaustleugnung als Antisemitismus und Hassrede einzuordnen.

Menschliches Verständnis und Sensibilität nötig

Antisemitismus sei nicht einfach durch Schlagwörter, Phrasen oder Algorithmen zu identifizieren, heißt es in einem jüngsten Brief des scheidenden Yad-Vashem-Direktors Avner Schalev an Facebook-Chef Marc Zuckerberg. Vielmehr seien menschliches Verständnis und Sensibilität erforderlich, um solche Beiträge zu erkennen und zu bannen. Auch Auschwitz-Überlebende weltweit begrüßten die Entscheidung von Facebook.

Facebook in der Kritik

Immer wieder hatte es Kritik am Umgang von Facebook mit Inhalten, die den Holocaust leugneten oder verfälschten,  gegeben. Das Spannungsfeld zwischen Redefreiheit und dem Schaden, der durch das Kleinreden oder die Leugnung des Holocaust verursacht werde, habe ihm zu schaffen gemacht, so Facebook-Chef Zuckerberg. Zugleich verwies er auf Daten, die eine Zunahme von antisemitisch motivierter Gewalt zeigten. Und angesichts des „aktuellen Zustands der Welt" halte er ein Verbot für die richtige Entscheidung. Auch der Jüdische Weltkongress (WJC) in New York hatte am Montag den neuen Kurs von Facebook gelobt.

(kna - sst)

13 Oktober 2020, 09:30