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Kirchliche Hilfe in der Ukraine in Zeiten von Corona Kirchliche Hilfe in der Ukraine in Zeiten von Corona 

Ukraine: Großerzbischof von Kiew für Stärkung der Hilfswerke

Das osteuropäische Land zählt derzeit zu den am meisten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern des Kontinents. Deshalb ruft das Oberhaupt der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, zu einer Solidaritätskampagne auf. Ziel müsse es sein, „das Netzwerk der Hilfswerke auf lokaler Ebene zu stärken“.

In den vergangenen Tagen verzeichnet die Ukraine täglich über 5.000 neue Fälle von Corona-Infizierten. Vor allem die Zahl der Todesfälle steige rapide an, wie die ukrainische Regierung auf ihrer Homepage festhält. Die katholischen Kirchen – sowohl des lateinischen als auch des byzantinischen Ritus – wollen deshalb für den kommenden 15. November, dem Welttag der Armen, eine Sonderkollekte starten, um die Hilfswerke zu unterstützen. Das kündigte das Oberhaupt der ukrainisch griechisch-katholischen Kirche an.

Laut Pater Volodymyr Chorniy, Leiter des Sozialdienstes der Erzdiözese Iwano-Frankiwsk und Direktor der örtlichen Caritas, „ist die Initiative gerade jetzt besonders wichtig“. Covid habe viele Arbeiter daran gehindert, ihre Tätigkeiten auszuüben und sie hätten nun keine Einnahmen. Gerade im Gastronomiebereich sei die Lage katastrophal. „Es sind aber die Arbeiter in diesem Sektor, die Lebensmittel für unsere Kantinen und Armenküchen gespendet haben“, erinnert Pater Chorniy.

Konflikt, Covid und ungünstige Wetterbedingungen

Der Caritas-Direktor fügte hinzu, dass „widrige Wetterbedingungen, Dürre im Osten und Überschwemmungen im Westen der Ukraine die Landwirtschaft in die Knie gezwungen haben und viele Bauern ihre Ernten, ihre wichtigste Lebensgrundlage, verloren haben“. Zudem befinde sich das Land seit sechs Jahren in einer Kriegssituation im Osten des Landes und die Zahl der Binnenvertriebenen nehme weiter zu.

„Wir denken mit großer Sorge darüber nach, wie die schwächsten Teile der Bevölkerung den Winter überstehen können“, so der Caritas-Leiter. Für eine Momentaufnahme der Krise verwies Pater Volodymyr Chorniy auf die Statistiken der Caritas in Iwano-Frankiwsk hin: „Vor der Pandemie kamen täglich 120 Menschen in unsere Kantine. Heute haben wir einen Durchschnitt von 230-260 erreicht. Darunter viele neue Arbeitslose.“

(vatican news - mg)

26 Oktober 2020, 11:06