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Vatican News
Corona-Test in Warschau Corona-Test in Warschau  (ANSA)

Polen: Pandemie hat Land „entzweit“

Die Corona-Pandemie hat Polen – wie viele andere osteuropäische Länder – in diesen Wochen enorm in Mitleidenschaft gezogen. Der Priester Pawel Rytel Andrianik, bis vor kurzem Sprecher der polnischen Bischofskonferenz, erzählt im Gespräch mit Radio Vatikan von der Lage.

Mario Galgano und Marina Tomarro – Vatikanstadt

Polen hat am Wochenende fast 12.000 neue Corona-Fälle verzeichnet, auch die Todeszahl ist um 87 Fälle gestiegen. So sind bisher fast 4.500 Menschen an Covid gestorben.

Zum Nachhören - wie dramatisch die Lage in Polen ist

„Unter den Infizierten sind leider viele Priester und Nonnen, vor allem diejenigen, die mit alten und kranken Menschen arbeiten", sagte uns der Priester. „Unser Vorsitzender der Bischofskonferenz und andere Bischöfe sind ebenfalls positiv auf Corona getestet worden. Und vor einigen Tagen starb ein mit Covid infizierter Bischof. Seit Beginn der Pandemie erinnert die Kirche die Gläubigen daran, als Ausdruck der Nächstenliebe alle behördlichen Anweisungen im Gesundheitswesen zu befolgen.“

Krankenhaus in Warschau
Krankenhaus in Warschau

Über 100.000 Freiwillige helfen in den 44 Diözesen

In den 44 polnischen Diözesen seien derzeit über 100.000 Freiwillige tätig. Sie bereiten warme Mahlzeiten für ältere Menschen und Menschen in Quarantäne vor, sammeln Lebensmittel und Krankenhausbedarf, organisieren Lagerhäuser, helfen Kindern beim Unterricht und bieten geistige und psychologische Unterstützung für diejenigen, die in diesen Momenten allein leben, so der Sprecher der Bischofskonferenz.

„Darüber hinaus gibt es über 3.000 Nonnen, die im Kampf gegen die Pandemie im Land helfen, vor allem in medizinischen Stationen und Sozialhilfezentren. Natürlich sehen wir auch viele Menschen, die durch diese Situation verängstigt sind, aber auf der anderen Seite gibt es einen sehr starken Geist der Solidarität und gegenseitigen Hilfe.“

(vatican news)

26 Oktober 2020, 11:46