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Vatican News
Franziskus 2018 mit mexikanischen Künstlern bei seiner Generalaudienz Franziskus 2018 mit mexikanischen Künstlern bei seiner Generalaudienz  (AFP or licensors)

Mexiko bittet Vatikan um Ausleihe von Azteken-Kodex

Die mexikanische Regierung hat Papst Franziskus darum gebeten, einige alte Azteken-Manuskripte, die im Vatikan aufbewahrt werden, für eine Ausstellung in Mexiko auszuleihen. Das steht in einem Brief an den Papst, den Präsident Andres Manuel Lopez Obrador am Samstag auf Twitter veröffentlicht hat.

Die Frau des Präsidenten, Beatriz Gutierrez Muller, hat am Samstag in Rom Papst Franziskus getroffen. Dabei hat sie ihm offenbar den Brief ihres Mannes übergeben.

Eines der drei Manuskripte, um die Lopez Obrador bittet, ist der sogenannte Borgia-Kodex, eines der am besten erhaltenen Beispiele für illustrierte Schriften der Azteken aus der Zeit vor der Eroberung Mexikos. 1521 nahmen die Spanier das damalige Azteken-Reich ein; das jährt sich nächstes Jahr zum 500. Mal.

Spanien und katholische Kirche sollen um Entschuldigung bitten

Lopez Obrador will nächstes Jahr mit einer Reihe von Ausstellungen und Events an den Jahrestag erinnern. In seinem Brief erneuert er auch eine frühere Aufforderung an die katholische Kirche sowie an Spanien, für Verbrechen, die mit der Eroberung Mexikos einhergingen, um Entschuldigung zu bitten.

Der Vatikan hat in der Vergangenheit schon häufig mit der Leihgabe von Dokumenten oder Kunstwerken aus seinen Beständen zu Ausstellungen im Ausland beigetragen.

„Eure Völker sind oftmals systematisch und strukturell verkannt und aus der Gesellschaft ausgeschlossen worden“

Papst Franziskus – der erste lateinamerikanische Papst der Geschichte – hat im Februar 2016 Mexiko besucht. Dabei sagte er bei einer Messfeier in Chiapas, an der viele Indigene teilnahmen: „Eure Völker sind oftmals systematisch und strukturell verkannt und aus der Gesellschaft ausgeschlossen worden. Einige haben eure Werte, eure Kultur und eure Traditionen für minderwertig gehalten. Andere haben – gleichsam trunken von Macht, Geld und den Gesetzen des Marktes – euch eures Bodens beraubt oder ihn durch ihr Handeln verseucht. Wie traurig! Wie gut täte es uns allen, Gewissenserforschung zu halten und zu lernen, um Verzeihung zu bitten: Verzeiht, Brüder und Schwestern!“

(vatican news – sk)
 

12 Oktober 2020, 11:49