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Kolumbianische Indigene, die am 14. Oktober in Cali an einem sogenannten „Minga“-Marsch (Treffen der Indigenen) teilnahmen Kolumbianische Indigene, die am 14. Oktober in Cali an einem sogenannten „Minga“-Marsch (Treffen der Indigenen) teilnahmen  (AFP or licensors)

Kolumbien: Indigene starten Protestmarsch nach Bogotà

„Wir wollen eine politische Debatte über das Leben, denn die Hoffnungslosigkeit bringt uns um.“ Dies bekräftigte der Vertreter der indigenen Gemeinde von Kokonuko, Dario Tote Yace in einem Interview mit Radio Nacional de Colombia. Er erläuterte, warum die Indigenen Kolumbiens sich entschieden hätten, nach Bogotà zu kommen, um einen Protestmarsch zu organisieren.

Die Proteste richten sich gegen eine Mordserie an indigenen Sozialaktivisten, gegen Massaker und Unsicherheit in indigenen Territorien. Zuvor hatte die Indigenen-Organisation CRIC den kolumbianischen Präsidenten Ivan Duque aufgefordert, persönlich in die Unruheprovinz zu kommen. Duque verzichtete allerdings auf eine Reise nach Cali.

Die Forderungen, die die Mobilisierung vorantreiben, sind nicht neu; allerdings habe die Welle der Gewalt, die im Land entfesselt wurde, Regionen wie Cauca und seine angestammten Gebiete schwer getroffen. „Es ist keine Wunschliste, die wir vortragen wollen, es ist eine politische Debatte über das Leben und das Territorium, denn sie töten unsere jungen Leute, Jungen und Mädchen“, so Tote Yace im Interview. Die Täter würden die Hoffnung töten, deshalb sei es das Recht der Indigenen, mit dem Präsidenten zu sprechen, so der Vertreter der Kokonuko.

Nach Angaben der Organisation „Indepaz“ seien in diesem Jahr bisher neun Massaker in Cauca verübt worden. Dabei seien 36 Menschen gestorben sowie 47 Vertreter der Indigenen und Menschenrechtsverteidiger ermordet worden. Rund 10.000 Indigene aus der Unruheprovinz Cauca wollen deshalb an diesem Donnerstag einen fünftägigen Protestmarsch aus Cali in Richtung Hauptstadt Bogota starten.

(radionacional.co - mg)

15 Oktober 2020, 13:19