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Vatican News
In der Natur In der Natur  (ANSA)

Schöpfungszeit ruft zu Solidarität untereinander

Am 1. September ist der Startschuss für die mehrwöchige „Schöpfungszeit“ gefallen – ein Aktionszeitraum, in dem sich Christen weltweit explizit der Schöpfung und dem Umweltschutz widmen. In diesem Jahr wird dabei – auch aufgrund der Corona-Pandemie – besonders deutlich, dass es weltweite Zusammenarbeit braucht, sagt Mitorganisatorin Cecilia Dall’Oglio im Interview mit Radio Vatikan.

Giada Aquilino und Stefanie Stahhofen- Vatikanstadt

Dall‘ Oglio ist Mitglied des ökumenischen Organisations-Komitees der Schöpfungszeit und auch in der internationalen katholischen Klimaschutzbewegung „global catholic climate movement“. Das Motto der Schöpfungszeit 2020 lautet: „Jubiläum für die Erde: neue Rhythmen, neue Hoffnung”. Gewählt wurde der Slogan übrigens vor der Corona-Pandemie, auch wenn er auch zu dieser Situation gut passt, berichtet Cecilia Dall’Oglio im Gespräch mit Radio Vatikan:

„Jubiläum für die Erde: neue Rhythmen, neue Hoffnung”

„Es ist definitiv ein relevantes Thema in dieser Zeit, in der wir gezwungen waren, mal eine Pause zu machen. Wir haben da genau gespürt, was es heißt, verletzlich zu sein. In diesem Sinne ist für uns das Thema der Schöpfungszeit in diesem Jahr ein Ruf zu Verantwortung, damit es einen gerechten Neuanfang während und nach dieser Krise gibt, bei der wir alle im selben Boot sitzen, wie schon Papst Franziskus sagte. Wir glauben, dass die Schöpfungszeit der richtige Zeitpunkt ist, um unseren Kurs neu auszurichten: Wir müssen einen Rhythmus finden, der die Schöpfung respektiert, sie pflegt und wir müssen alle zusammenarbeiten, um einen Neustart zu ermöglichen.“ 

„Wir müssen einen Rhythmus finden, der die Schöpfung respektiert, sie pflegt und wir müssen alle zusammenarbeiten, um einen Neustart zu ermöglichen“

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Ein Neustart, das heißt für Cecilia dall`Oglio: ganzheitliche Ökologie, nachhaltige Wirtschaft und umweltfreundliches Leben - orientiert am Papstsschreiben „Laudato si`“, das auch als „Umweltenzyklika“ bekannt ist. Entscheidende Voraussetzung für den Neuanfang: Es muss einen gesellschaftlichen und persönlichen Wandel geben. Mit Kreativität und Gebet sollten neue Wege für den Umweltschutz gefunden werden, sagt die katholische Klimaaktivistin. Um diesen Wandel anzustoßen und zu unterstützen, setzt das global catholic climate movement auch auf so genannte „Laudato si-Botschafter“:

Laudato si-Botschafter

„Das sind Leute, die sich in ihrem Umfeld – also im Orden, der Pfarrei, verschiedenen Vereinigungen - besonders zum ganzheitlichen Umweltschutz gerufen fühlen und dazu, gemäß dem Papstsschreiben ,Laudato si`` zu leben. Sie bilden wir in einem Kurs aus, damit sie dann mit ihrem Wissen und ihren Talenten ihrem Umfeld helfen können. und sich dazu auch besonders in den Dienst ihres Umfelds stellen. In Italien ist ein solcher Kurs – in der online-Variante - gerade zu Ende gegangen und wir hatten fast 1000 Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen, verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft.“

Das Projekt der Laudato si-Botschafter stößt also af reges Interesse. Weltweit gibt es inzwischen schon fast 10.000 und zur Schöpfungszeit wurden die Kurse noch einmal verstärkt, berichtet Cecilia dall`Oglio. Üblicherweise gibt es vier kurze Einheiten unter dem Motto: Sehen, Bewerten und Handeln. Die Kurse erläutern die Prinzipien von ,Laudato si` sowie die Wichtigkeit eines ökologischen und persönlichen Wandels - und dass dazu auch Glaube und Spiritualität nötig sind. Laudato si-Botschafter sollten sich zudem auch politisch im Sinne der Enzyklika engagieren und für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Dazu ein Beispiel:

Ein Olivenbaum vor der Müllverbrennunganlage

„Es ist zweifelsfrei wichtig, denen nahe zu sein, die besonders leiden, auch mit symbolischen Gesten. Ich habe so zum Beispiel einmal mit 100 jungen Mitgliedern eines Freiwilligendienstes und in Zusammenarbeit mit der Ortskirche vor einer Müllverbrennungsanlage einen Olivenbaum gepflanzt. Wir haben außerdem darum gebeten, dass es Gespräche gibt, um die dortigen Probleme zu lösen. Der Bischof und das Bistum hatten schon einen Plan vorbereitet. Es geht darum, dahin zu gehen, wo die Schreie der Erde besonders laut sind, und dort zu beten. Darüberhinaus rufen wir gerade in diesen Zeiten der sozialen Abschottung aufgrund der Pandemie dazu auf, auch ,in der Schöpfung‘ zu beten – also bei Spaziergängen, Wanderungen und Gottesdiensten im Freien - in der Schöpfung.“

Konkret etwas für die Umwelt tun – sei es durch solche symbolischen Gesten oder Gebete empfiehlt also Cecilia Dall’Oglio im gespräch mit Radio Vatikan, Die Italienerin ist Mitglied des ökumenischen Organisations-Komitees der Schöpfungszeit und der internationalen katholischen Klimaschutzbewegung „global catholic climate movement“. Die Schöpfungszeit dauert jedes Jahr vom Tag der Schöpfung, am 1. September, bis zum Gedenktag des Hl. Franz von Assisi, am 4. Oktober. Sie lädt Christen weltweit dazu ein, für die Schöpfung zu danken, sich aber auch zu besinnen und sich im Sinne des Umweltschutzes zu wandeln.

(vatican news– sst)

02 September 2020, 09:38