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Vatican News
Rohingya-Flüchtlingskind in Myanmar Rohingya-Flüchtlingskind in Myanmar  (AFP or licensors)

Myanmar: Kardinal Bo fordert vor Wahl Frieden und Föderalismus

Der Erzbischof von Rangun, Kardinal Charles Bo, ruft seine Landsleute in Myanmar auf, bei der Parlamentswahl für Kandidaten zu stimmen, die für Frieden sowie „politischen und wirtschaftlichen Föderalismus“ stehen.

„Wählen ist nicht nur ein Recht, sondern eine heilige Pflicht. Das ist Teil unserer langen Pilgerreise zur Demokratie“, zitierte der asiatische Pressedienst Ucanews am Dienstag aus dem Wahlaufruf des Kardinals. Myanmar brauche mehr „intelligente politische Führer“, die von einem „Sinn für dienende Führung beseelt sind, die auf den großartigen Werten Ehrlichkeit, Integrität, Verantwortlichkeit und Transparenz beruht“, betonte er.

Erste freie Wahlen vor fünf Jahren

Das mehrheitlich buddhistische Myanmar wählt am 8. November ein neues Parlament. Die erste freie Wahl gab es vor fünf Jahren. Unter der Führung von Aung San Suu Kyi haben seitdem Demokratie, Menschenrechte und die Hoffnung auf Frieden in Myanmar massive Rückschläge erlitten. Der seit mehr als 70 Jahren währende Bürgerkrieg zwischen Armee und den für ihre Rechte kämpfenden Milizen der ethnischen Völker ist eskaliert. Die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi hat ihr Versprechen einer Verfassungsreform  - mit dem Ziel der Schaffung eines föderalen Systems, das den Ethnien politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung garantiert - nicht erfüllt.

Die Wirtschaft des Landes ist noch immer zu einem großen Teil in den Händen des allmächtigen Militärs. International hat Suu Kyi durch die gewaltsame Vertreibung von mehr als 700.000 muslimischen Rohingya ihr Ansehen als Ikone der Menschenrechte verspielt.

(ucanews/kap – pr)
 

01 September 2020, 12:20