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Hilfe im Jemen Hilfe im Jemen  (AFP or licensors)

Arabien-Bischof Hinder: Corona und Krieg führen Jemen in den Abgrund

Die Welternährungsorganisation FAO warnt vor einer Hungersnot im Jemen. FAO-Direktor Qu Dongyu sagte in einem Online-Briefing für den UNO-Sicherheitsrat, Konflikte, Instabilität und nun auch die Corona-Krise verschärften die bestehende Lebensmittelunsicherheit im Jemen, genauso wie im Südsudan und Burkina Faso. Die Weltgemeinschaft müsse dringend Maßnahmen ergreifen, um Menschenleben zu retten. Dem stimmt auch Arabien-Bischof Paul Hinder zu. Er besuchte am Freitag den Papst im Vatikan.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Nichts Neues im Jemen: Krieg und Elend nähmen kein Ende, so Bischof Hinder im Gespräch mit Radio Vatikan. Seit fünf Jahren herrscht im Jemen Bürgerkrieg. Was die Bevölkerung besonders hart treffe, sei die gesamte wirtschaftliche Situation, so Bischof Hinder. Das fördere Armut, Krankheiten und Gewalt. Die Corona-Pandemie erschwere das Leben nochmals.

„Wie es weitergeht, ist noch offen. Ich hoffe sehr, dass der ausländische Einfluss abnimmt. Es ist klar, dass der Konflikt im Jemen einerseits ein interner Konflikt ist und andererseits wird die Auseinandersetzungen zwischen den Fraktionen von ausländischen Mächten geschürt.“

Zum Nachhören

Das Leben der Menschen auf der gesamten arabischen Halbinsel sei aber durch die Pandemie stark geprägt. Der Krieg sei dabei schon fast ein Nebenschauplatz geworden.

„Das hat auch das Leben der Kirche maßgeblich verändert“

„Das hat auch das Leben der Kirche maßgeblich verändert. Als katholische Kirche sind wir eine sakramentale Kirche, die mit Materie, Berührung und direktem Kontakt lebt. Doch das alles stand für Monate still. Das wird jetzt Schritt für Schritt wieder ein bisschen erleichtert. Aber das ist natürlich nicht mehr dasselbe wie vorher.“

Das kirchliche Leben – nicht nur im arabischen Raum – werde maßgeblich von den Konsequenzen der Corona-Pandemie beeinflusst bleiben, so Bischof Hinder.

„Auch wenn ich hoffe, dass daraus Lehren gezogen werden, im Umgang miteinander. Es hat sich gerade in der Solidarität unter den Gläubigen und darüber hinaus gezeigt, wie bemerkenswert die Menschen handeln können. Ich hoffe, dass solche Erfahrungen nicht vergessen werden. Hoffentlich trägt das Früchte für eine lichtvollere Zukunft.“

(vatican news)

19 September 2020, 10:28