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Vatican News
Silhouette der Dormitio-Abtei (Bildmitte) in Jerusalem Silhouette der Dormitio-Abtei (Bildmitte) in Jerusalem  (AFP or licensors)

Wegen Corona: Studienjahr kann nicht in Jerusalem starten

Rom wird während der Pandemie zum Ausweichort des Theologischen Studienjahrs. Das sagte der Studienpräfekt, Benediktinerpater Nikodemus Schnabel, am Montag dem Kölner Domradio.

Eigentlich ist das ökumenisch ausgerichtete Studienjahr seit mehr als vierzig Jahren an der Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg angesiedelt; mehr als tausend Studierende aus dem deutschen Sprachraum haben das Programm bisher durchlaufen. Die hohe Zahl der Corona-Infektionen in Israel und Palästina führt nun zu Änderungen: Der Beginn des Studienjahres kann nicht wie üblich in Jerusalem stattfinden, sondern weicht nach Rom aus. 

„Das Studienjahr fängt in Rom an, soll aber nicht nach Rom verlegt werden, sondern, wenn sich die Corona-Infektionszahlen ändern, nach Jerusalem umziehen“, so Pater Nikodemus Schnabel im Domradio .

„Es geht einfach um Verantwortung. Wir haben in Israel und Palästina momentan wirklich eine Explosion von Fällen.“ Er hoffe, dass sich die Lage wieder bessere und später eine Fortsetzung des Studienjahres am gewohnten Ort in Jerusalem möglich werde.

„Jeder kriegt ja mit, in was für Zeiten wir leben“

Die Studierenden hätten auf die Nachricht, dass das Studienjahr in Rom starte, traurig reagiert. „Aber ich sage mal: Jeder kriegt ja mit, in was für Zeiten wir leben. Die Alternativen wären gewesen, es ganz ausfallen zu lassen oder alles virtuell über Videokonferenzen zu machen. Ich glaube, davon haben wir alle genug.“

Anders als bisher beginnt das Studienjahr nicht im August, sondern erst Mitte September; dafür wird es sich dann bis Pfingsten hinziehen.

Die zwei Städte zum Klingen bringen

„Hauptfinanzier“ des Studienjahres ist nach Pater Nikodemus Schnabels Angaben der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst). Er habe „letztlich“ die Entscheidung getroffen, das Studienjahr nicht in Jerusalem starten zu lassen. Er könne das gut nachvollziehen, so der Benediktiner.

„Und ich glaube, ein Studienjahr, das zum Teil in Rom beginnt und dann nach Jerusalem zieht, kann diese beiden total spannenden Städte zum Klingen bringen. Wir sind ja quasi am Mittelmeer. Das heißt, die Städte sind eigentlich verwandt, haben viel Geschichte gemeinsam.“

(dr – sk)
 

18 August 2020, 11:50