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Bischof Buti Joseph Tlhagale, zweiter von rechts Bischof Buti Joseph Tlhagale, zweiter von rechts 

Südafrika: Bischöfe fordern korrekte Geburtenregistrierung

Afrika feiert an diesem Montag den dritten „Tag der zivilen Registrierung und der lebenswichtigen Statistiken“, der 2017 von der Konferenz der für diesen Sektor zuständigen afrikanischen Minister ins Leben gerufen wurde. Aus diesem Anlass meldet sich auch ein südafrikanischer Erzbischof mit einer Mahnung zu Wort.

Erzbischof Buti Tlhagale, der innerhalb der südafrikanischen Bischofskonferenz für Migranten und Flüchtlinge zuständig ist, lud alle Staaten ein, „zu überprüfen, ob die universelle Registrierung von Geburten korrekt und unabhängig von der Nationalität oder dem Rechtsstatus der Eltern“ des Kindes erfolge.

Angesichts der Tatsache, dass sich die diesjährige Covid-19-Pandemie auf ihrem Höhepunkt befinde, betont der Bischof, dass das Register noch mehr „ein wesentlicher Dienst zur Überwachung und Milderung der Auswirkungen von Notfällen“ sei. „Zuverlässige und genaue Zahlen oder Statistiken“, schreibt Bischof Tlhagale, „können in Zeiten von Notfällen, Katastrophen oder Pandemien einen großen Unterschied machen“, weil sie „sicherstellen, dass die Behörden über die wesentlichen Informationen verfügen, die für die Planung, Umsetzung und Überwachung“ von Präventions- und Behandlungssystemen benötigt werden.

Geburtenregistrierung „nicht selbstverständlich“

Insbesondere bei der Geburtenregistrierung drängt der südafrikanische Erzbischof darauf, dass sie niemals „als selbstverständlich“ angesehen werden sollte, da „dies in vielen Ländern nicht so üblich ist“. Und unter Bezugnahme auf den Unicef-Bericht 2019 weist der Bischof darauf hin, dass „166 Millionen Kinder unter fünf Jahren bei der Geburt nicht registriert worden sind. Siebenundachtzig Prozent von ihnen leben in Südasien und Subsahara-Afrika“. Dies sei eine beunruhigende Tatsache, so Bischof Tlhagale, denn es setze Kinder dem Risiko aus, „unsichtbar und verletzlich zu werden, wenn sie ihre Rechte vor dem Gesetz aufgrund mangelnder Dokumentation verlieren“. Aber diese Rechte müssen „energisch geschützt und gefördert werden“, drängt der Bischof, „denn sie schützen das Grundprinzip der Menschenwürde“.

Auch über den südafrikanischen Kontext besorgt

Mit Blick auf den rein südafrikanischen Kontext sagt der Bischof, er sei besorgt darüber, dass „obwohl das Verfassungsrecht die Ausbildung aller Kinder zulässt, viele Studenten im Land immer noch auf Hindernisse beim Zugang zur Grundschulbildung stoßen, weil es an adäquaten Dokumenten mangelt“, eine Situation, die unter „Migrantenkindern und Flüchtlingen“ sehr häufig vorkomme.

Aus diesem Grund fordert die südafrikanische Kirche alle Staaten auf, „die korrekte universelle Registrierung von Geburten unabhängig von der Nationalität oder dem Rechtsstatus der Eltern“ von Minderjährigen zu überprüfen. „Kindern darf der Zugang zur Bildung nicht verwehrt werden - bekräftigt Bischof Tlhagale - denn sie ist ein integraler Bestandteil der Entwicklung der menschlichen Person“. Darüber hinaus erinnert er im Hinblick auf die Erreichung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung daran, dass diese an die Notwendigkeit erinnern, „allen eine Rechtspersönlichkeit zu geben“, um eine „angemessene menschliche Entwicklung“ zu fördern.

Die Note des Bischofs schließt mit einem Appell an die Staaten und Regierungen, „die Kapazität der Zivilregistrierungssysteme zu erhöhen, um sicherzustellen, dass keine Person vom Zugang zu ihren grundlegenden Menschenrechten ausgeschlossen wird“. Und dies, so bekräftigt Bischof Tlhagale, „sollte auch Migranten und Flüchtlinge einschließen, die ebenfalls die gleiche, allen anderen innewohnende Menschenwürde tragen“.

(vatican news – mg)

10 August 2020, 13:35