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Präsident Rodrigo Duterte küßt am Montag am Tatort des Doppelanschlags von Jolo den Boden Präsident Rodrigo Duterte küßt am Montag am Tatort des Doppelanschlags von Jolo den Boden  (ANSA)

Philippinen: „Zweimal nachdenken“

Der Bischof von Jolo auf der Insel Sulu ruft die Regierung dazu auf, „zweimal nachzudenken“, bevor sie ein regionales Kriegsrecht verhängt. Ein Doppel-Anschlag in der Nähe der Kathedrale, der wohl auf das Konto der Terrorgruppe Abu Sayyaf geht, hat letzte Woche 15 Todesopfer gefordert.

Bischof Charlie Inzon vom Apostolischen Vikariat Jolo forderte, die Regierung von Präsident Rodrigo Duterte solle an das „allgemeine Interesse“ und die „verfassungsmäßigen Freiheiten“ der Bevölkerung von Mindanao denken und die Menschen vor Ort nach ihrer Meinung fragen, bevor sie das Kriegsrecht verhänge. „Wenn eine Entscheidung Erfolg haben soll, müsste man vorher die örtliche Regierung, Verbände und religiöse Gruppen konsultieren“, so der Bischof in einem Radio-Interview.

Präsidentensprecher Harry Roque hatte mitgeteilt, Präsident Duterte – der von Mindanao stammt – denke über die Verhängung eines regionalen Kriegsrechts über die Provinz Sulu nach. Seit Jahren verübt die Terrorgruppe Abu Sayyaf immer wieder Anschläge auf Mindanao, darunter letztes Jahr ein blutiges Attentat auf die Kathedrale von Jolo.

„Außergewöhnliche Maßnahme für außergewöhnliche Umstände“

Auch die lokale Menschenrechts-Kommission forderte Duterte auf, von einer Verhängung des Kriegsrechts abzusehen. Es müsse eine „außergewöhnliche Maßnahme für außergewöhnliche Umstände“ bleiben, so der Verband. Viel zielführender wäre es, wenn die Regierung für ihr Vorgehen gegen die Terroristen die Zusammenarbeit mit den Kräften vor Ort suchen würde.

(ucanews – sk)
 

31 August 2020, 12:21