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Helfer kämpfen darum, die ökologischen Folgen der Havarie einzudämmen Helfer kämpfen darum, die ökologischen Folgen der Havarie einzudämmen  (ANSA)

Mauritius: „Die Ölkatastrophe ist ein schwerer Schlag“

Der Öltanker, der vor Mauritius auf Grund gelaufen war, ist zum Wochenende auseinander gebrochen: Mindestens 1.000 von 4.000 Tonnen geladenen Öls liefen aus. Experten und Freiwillige kämpfen nun darum, die Ausbreitung des Ölteppichs einzudämmen und weitere Schäden an der Südküste zu verhindern. Die Bevölkerung fürchtet die Folgen der Katastrophe, sagte Salesianerpater Maurizio Rossi im Gespräch mit Radio Vatikan.

Tausende Menschen sind seit Tagen im Einsatz, um teilweise per Hand die Strände und das Wasser von den Ölrückständen zu reinigen. Pater Rossi lebt seit seit 27 Jahren auf Mauritius, er leitet dort eine Schule. Uns sagte er zur Lage vor Ort: 

„Die Fischer sind sehr besorgt, denn seit Beginn der Katastrophe ist Fischerei in der Region nicht mehr möglich. Massen von Fischen schwammen kurz nach der Havarie tot an der Wasseroberfläche. Es handelt sich um eine ökologische Katastrophe, die vor allem die Armen und die kleinen Fischer trifft, die noch handwerklich ihrem Beruf nachgehen. Unser Bischof hat die Christen und alle Menschen guten Willens aufgerufen, vor Ort mitzuhelfen, um die Ausbreitung zu stoppen.“

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Keiner will Verantwortung übernehmen

Auch der schon durch die Corona-Pandemie geschwächte Tourismus leide unter der Katastrophe, berichtet der Salesianerpater:

„Die Menschen sind in Sorge, dass die einzige Einnahmequelle, der Tourismus, weiter einbricht. Das würde die Lage der Menschen in der Hotelleriebranche weiter verschlechtern“

Der Regierung wird vorgeworfen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben; Gerüchte verbreiteten sich:  „Das Problem ist, dass alle ihre Verantwortung loswerden wollen. Man weiß nicht, warum der Marineminister, der für die Küstenwache zuständig ist, zunächst keinen Alarm ausgelöst hat. Einige sagen, der fehlende Kontakt des Schiffes mit dem Hafen sei schuld… Am Ende ist das Schiff auf Grund gelaufen!“

Umweltschutz nur an zweiter Stelle

Aus Sicht von Pater Rossi hat auch Habgier zur Umwelt-Katastrophe von Mauritius geführt. Die Sorge um den Schutz unseres Planeten stehe nur an zweiter Stelle, beklagt er:

„Ich sage immer Mauritius gehört nicht Mauritius, sondern der Menschheit! Es ist wichtig zu verstehen, wie wichtig der Schutz der Erde ist. In der Schule, die ich leite, sprechen wir häufig mit den Schülern darüber, um eine neue Mentalität zu schaffen. Wir dürfen nicht nachlassen, sondern weitermachen!“

„Es ist wichtig zu verstehen, wie wichtig der Schutz der Erde ist“

Der japanische Ölfrachter, der vor drei Wochen vor Mauritius auf Grund gelaufen war, brach vergangenen Samstag auseinander. Experten hatten den größeren Teil des Öls und des Diesel an Bord abpumpen können. Dennoch ist nach Angaben von Ministerpräsident Pravind Jugnauth die Havarie das größte ökologischen Desaster, das die Insel je erlebt hat. 

(vaticannews - mc)

18 August 2020, 11:23