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 Am 6. und 9. August 1945 hatten die USA über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben abgeworfen. Am 6. und 9. August 1945 hatten die USA über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben abgeworfen.  (ANSA)

Japan/USA: Massenvernichtungswaffen aller Art abschaffen

Zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Hiroshima rufen Bischöfe in Japan und den USA zum gemeinsamen Gebet auf. Erzbischof Joseph Mitsuaki Takami von Nagasaki und Bischof David Malloy von Rockford im US-Bundesstaat Illinois warnten vor einem erneuten Wettrüsten. Radio Vatikan sprach mit Bischof Takami.

Mario Galgano und Francesca Sabatinelli - Vatikanstadt

„So lange es die Vorstellung gibt, dass Waffen Frieden stiften können, wird es schwer, die Zahl der Atomwaffen weltweit zu reduzieren, geschweige denn sie abzuschaffen“, so der Vorsitzende der Japanischen Bischofskonferenz in der gemeinsamen Videobotschaft am Dienstag. Takami wurde im März 1946 in Nagasaki geboren; vom Atombombenabwurf auf die japanische Großstadt war er als ungeborenes Kind betroffen. In seiner Familie habe es Opfer gegeben. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt er:

Zum Nachhören

„Die 75 Jahre sind so schnell vergangen. Und es gibt wohl vor allem unter den jungen Japanern nicht mehr das Bewusstsein, was damals geschehen ist. Auf der anderen Seite gibt es etliche Japaner, die noch die Friedensbotschaft weiter verbreiten wollen. Das Zeugnis der Überlebenden ist sehr wichtig, damit auch die künftigen Generationen nicht vergessen, was geschehen ist.“

Vor 75 Jahren in Nagasaki
Vor 75 Jahren in Nagasaki

Die Botschaft der japanischen Bischofskonferenz, die sie im Juni veröffentlicht haben, gehe von einem Zitat eines Überlebenden von Okinawa aus. Diese Sätze seien im dortigen Friedensmuseum heute noch zu lesen: „Es sind sicherlich Menschen, die den Krieg verursachen, aber sind nicht auch wir diejenigen, die den Krieg stoppen können? Dies ist unser unerschütterlicher Glaube, den wir zu einem außergewöhnlichen Preis gelernt haben“.

„Wir hoffen, dass diese Worte alle dazu verleitet, zu verstehen, wie wichtig es ist für den Frieden einzustehen. Das ist ein Appell, der an alle Völker der Welt gerichtet ist“, so Bischof Takami.

Mittel zur vollständigen Abrüstung finden

Alle Nationen müssten Mittel zu vollständiger Abrüstung finden, hatte in der gemeinsamen Botschaft der US-Bischof Malloy hinzugefügt. Dazu brauche es gemeinsames Engagement und Vertrauen. Beide Bischöfe – der japanische und der US-amerikanische Bischof – seien besorgt, dass die Zerstörungskraft von Atombomben inzwischen deutlich unterschätzt werden könnte.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Bischofskonferenz der USA ihre Solidarität mit dem japanischen Volk erklärt. Man trauere gemeinsam um die unschuldigen Menschen, die bei dem Bombenabwurf ums Leben gekommen seien oder unter den Folgen litten, erklärte der Bischofskonferenzvorsitzende der USA, Erzbischof Jose Horacio Gomez von Los Angeles. Gleichzeitig forderte der amerikanische Erzbischof die Staatsoberhäupter weltweit auf, alle Arten von Massenvernichtungswaffen abzuschaffen. Diesen Aufruf richtete auch Papst Franziskus bei seinem Japan-Besuch Ende November 2019. Daran erinnert auch Bischof Takami:

„Ich glaube, dass der Besuch und die Worte des Heiligen Vaters viele Katholiken, aber auch viele Nicht-Christen sehr beeindruckt haben. Wir haben in der Zwischenzeit seine Worte auf japanisch übersetzt. Daraus ist ein kleines Buch entstanden, das viele Katholiken und auch Nicht-Katholiken gelesen haben. Ich glaube, dieses Buch ist sehr wichtig, weil es die Bedeutung einer atomwaffenfreien Welt und des Friedens hervorhebt.“

Thesenpapier im Juli veröffentlicht

Japans Bischofskonferenz hatte im Juli ein Thesenpapier zur Abschaffung von Nuklearenergie veröffentlicht. Neben Hiroshima und Nagasaki stand dabei auch die Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima im März 2011 im Vordergrund. Am 6. und 9. August 1945 hatten die USA über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben abgeworfen. Nach Schätzungen starben mehr als 250.000 Menschen sofort oder teils Jahre später an Verbrennungen und Strahlenschäden.

(kna/vatican news)

05 August 2020, 12:11