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Vatican News
Proteste in Bolivien Proteste in Bolivien  (AFP or licensors)

Bolivien/UNO: Gemeinsamer Aufruf für Ende der Blockaden

In einer gemeinsamen Erklärung rufen die bolivianische Bischofskonferenz, die Europäische Union und die Vereinten Nationen zu einem Ende der Straßenblockaden in Bolivien auf. „Wir dringen darauf, allen unangemessenen Druck aufzugeben und die demokratischen Spielregeln einzuhalten“, zitieren Nachrichtenagenturen das Schreiben vom Dienstagabend.

Hintergrund sind Straßenblockaden von oppositionsnahen Demonstranten, die gegen Parlaments- und Präsidentenwahlen im Oktober eintreten. Ein Teil der Protestler will frühere, ein anderer Teil überhaupt keine Neuwahlen.

Der Präsident der  Bischofskonferenz, Erzbischof Ricardo Centellas von Sucre, forderte erneut einen offenen und aufrichtigen Dialog zwischen den Bolivianern. Zudem appellierte er  am Unabhängigkeitstag von der ehemaligen Kolonialmacht Spanien (6. August) an die Regierung, den Schutz der Gesundheit und des Lebens der Bolivianer in den Mittelpunkt zu stellen: „Wenn wir das nicht verstehen, ist es unmöglich die Pandemie zu besiegen“.

Bolivien ist von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Allein am Mittwoch wurden rund 1.700 Neu-Infektionen sowie 66 Tote gezählt. Insgesamt gibt es damit 95.071 registrierte Infektionen und 3.827 Tote.

Unhaltbares Niveau

Demonstranten, die der linken MAS-Partei des ehemaligen Präsidenten Evo Morales nahe stehen, blockieren angeführt vom Dachverband der Gewerkschaften schon seit über einer Woche Dutzende Straßen in verschiedenen Departments. Laut Medienberichten werden durch die Blockaden Städte von der Lebensmittelversorgung und Corona-Patienten von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Boliviens Außenministerin Karen Longaric hatte zuletzt um internationale Unterstützung bei der Aufhebung der Blockaden gebeten. Die Situation habe ein „unhaltbares Niveau“ erreicht.

Zuvor hatte das Oberste Wahlgericht mit Blick auf die Corona-Pandemie den Urnengang auf den 18. Oktober verschoben. Ursprünglich waren die Wahlen für den 3. Mai vorgesehen gewesen, wegen der Corona-Pandemie aber auf den 6. September gelegt worden. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Pandemie als Vorwand zu nutzen, um die Wahlen hinauszuzögern.

(kap - mg)

13 August 2020, 11:32