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Auch die anderen Bewerberinnen dürften von Erzbischof Migliores Schritt angetan sein; von links: Helene Pichon, Christina Moreira, Loan Rocher, Marie-Automne Thepot, Sylvaine Landrivon, Anne Soupa und Laurence de Bourbon Parme, in Paris Auch die anderen Bewerberinnen dürften von Erzbischof Migliores Schritt angetan sein; von links: Helene Pichon, Christina Moreira, Loan Rocher, Marie-Automne Thepot, Sylvaine Landrivon, Anne Soupa und Laurence de Bourbon Parme, in Paris  (AFP or licensors)

Vatikan/Frankreich: Bewerberinnen für Kirchenämter kontaktiert

Die Papstbotschaft in Paris hat die Bewerberinnen auf leitende Kirchenämter kontaktiert. Diese begrüßten den „Prozess des Dialogs“.

Sieben Frauen hatten am 22. Juli ihre Bewerbungen auf Kirchenämter in Frankreich bei der Nuntiatur abgegeben. In rund 20 der landesweit 92 Bistümer steht in den kommenden zwei Jahren ein Wechsel an der Spitze an. Den Termin wählten die Frauen nach eigenen Angaben nicht zufällig: Der 22. Juli ist der Feiertag von Maria Magdalena, die Papst Franziskus auch als „Apostelin der Apostel“ bezeichnet.

Frauen veröffentlichten Manifest

„Das Fehlen von Frauen in verantwortlichen Positionen - sei es in der Leitung unserer Pfarreien, unserer Diözesen, im Vatikan oder als geweihte Amtsträgerinnen - ist ein Skandal und steht in Gegensatz zum Zeugnis der Kirche“, heißt es in einem von ihnen am Mittwoch veröffentlichten Manifest.

Einladung zu Einzelgesprächen

Der päpstliche Nuntius in Paris, Erzbischof Celestino Migliore, hat nun einige Frauen für September zu Einzelgesprächen eingeladen. Die Frauen hatten um ein gemeinsames Treffen mit dem Nuntius gebeten. „Wir wollen nicht in gute und schlechte Aktivistinnen aufgeteilt werden, je nach unserem Lebensweg, unserem theologischen Hintergrund, unserem Familienstand“, so Thepot. Thepot ist Teil des Vereins „Toutes Apotres!“ (Alle Apostel!), der vergangene Woche von Frauen verschiedener Organisationen und Generationen gegründet wurde.

Dass Frauen in der Kirche keine leitenden Positionen besetzen könnten, sei eine „ungeheure Ungerechtigkeit“, heißt es in dem Manifest. Es sei kein „geringes Problem“, sondern schade der gesamten Kirche. Die Theologin und Aktivistin Anne Soupa hatte Ende Mai ihre Bewerbung für die Leitung der Erzdiözese Lyon eingereicht. Die Stelle ist vakant, nachdem Papst Franziskus den vorzeitigen Amtsverzicht von Kardinal Philippe Barbarin annahm.


(la croix/kna – pr)
 

31 Juli 2020, 11:04