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Gewalt in Mosambik Gewalt in Mosambik  (AFP or licensors)

Mosambik: Dschihadisten greifen Kirche an

Neuer Angriff dschihadistischer Gruppen in Mocímboa da Praia, im Norden Mosambiks. Milizionäre hätten die örtliche Kirche in Brand gesteckt, berichtet der vatikanische Fidesdienst unter Berufung auf lokale Quellen. Die Terroristen hätten auch die Sekundarschule Januario Pedro, das Bezirkskrankenhaus sowie Dutzende von Häusern, Autos und Geschäften verwüstet. Der Angriff habe bereits Ende Juni stattgefunden.

Die betroffene Stadt ist eines der größten Zentren in der Provinz Cabo Delgado. Erst jetzt sei jedochn das Ausmaß des Angriffs bekannt geworden, berichtet Fides an diesem Freitag. Den Zeugenaussagen zufolge, die von Missionaren und Ordensleuten vor Ort gesammelt wurden, griffen die „Rebellen“ mit Gewalt die Einrichtungen an. Dann brannten sie einige Gebäude nieder, ließen die Gefangenen aus dem örtlichen Gefängnis frei und hissten sogar die schwarzen Flaggen des sogenannten islamischen Staates (IS).

Mocímboa da Praia erlebte schreckliche Szenen. „Die Streitkräfte reagierten hart“, erklären die Ordensleute gegenüber Fides. „Sie zogen sogar mit schweren Waffen auf den Straßen los. Der Zusammenstoß dauerte mehrere Stunden. Am Ende waren die Straßen voll von Leichen, sogar von Zivilisten.“

Die Ortschaft war bereits am 23. März mit Gewaltattacken übersät worden, als die Dschihadisten zum ersten Mal Schusswaffen und fortschrittliche Guerilla-Techniken einsetzten. Luiz Lisboa, Bischof von Pemba, sagte, die Terroristen hätten versprochen, bald zurückzukehren. Und das taten sie nun offenbar auch.

Nicht klar, wer dahinter steckt

Niemand wisse mit Sicherheit, wer diese „Milizionäre“ seien. Obwohl sie sich als „dem islamischen Staat zugehörig“ bezeichnen, gebe es keine Gewissheit, dass sie dem Kalifat angehörten. Einigen Analysten zufolge verbergen sich hinter den schwarzen Flaggen des dschihadistischen Islam andere Interessen und zwar jene der lokalen Kriminellen, die daran interessiert seien, eine Art „rechtsfreie Zone“ für den Handel mit Drogen aus Zentralasien zu schaffen.

Die Bevölkerung der gesamten Provinz Cabo Delgado sei verängstigt. Sie fürchten diese plötzlichen und gewalttätigen Angriffe. Die Missionare vor Ort erzählten von Männern, Frauen und Kindern, die fliehen, nichts mitnehmen und im Wald Zuflucht suchen. In Mocímboa da Praia seien viele Familien an Bord der Fischerboote ins Meer geflüchtet und warten auf das Ende der Kämpfe.

Obwohl die Präsenz der Polizei zugenommen habe, so die Missionare, könnten bewaffnete Gruppen in der Gegend neue Einfälle in die Region organisieren. Die Angst sei, so ein Ordensmann, „dass sie zurückkehren und neue Massaker anrichten werden. Die Menschen sind bereits physisch und psychisch darauf eingestellt, können sich aber nicht einem neuen Angriff widersetzen“.

Im vergangenen Mai schlugen auch die Bischöfe der Kirchenprovinz von Nampula im Norden Mosambiks Alarm: „Wir sind zutiefst besorgt - hatten sie geschrieben - über die Verschlechterung der Lage in Cabo Delgado, die zur Bühne eines geheimnisvollen und unbegreiflichen Krieges geworden ist.“

(fides - mg)

10 Juli 2020, 11:29