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Proteste der Angehörigen der vermissten Studenten in Mexiko Proteste der Angehörigen der vermissten Studenten in Mexiko  (AFP or licensors)

Mexiko: Identifizierung von Iguala-Opfer

Die Identifizierung von Knochen eines der seit 2014 verschwundenen Studenten von Iguala ist laut dem mexikanischen Bischof Salvador Rangel ein kleines Hoffnungszeichen für die Angehörigen. Die Kirche drängt zugleich auf Aufklärung.


Die Wunden würden nicht verheilen, solange die Wahrheit nicht aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden seien, sagte der katholische Bischof von Chilpancingo-Chilapa dem Portal Aci Prensa.

In dieser Woche war nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Beinknochen eines der vor knapp sechs Jahren verschleppten 43 Studenten von Iguala identifiziert worden. Wie die Tageszeitung „La Jornada“ berichtete, handelt es sich bei dem von Wissenschaftlern der Universität Innsbruck identifizierten Opfer um den Studenten Christian Alfonso Rodriguez Telumbre. Die Knochen seien in einer Schlucht rund 20 Kilometer vom Entführungsort entfernt gefunden worden.

Untersuchung der menschlichen Überreste in Österreich

Insgesamt wurden sechs mutmaßliche menschliche Überreste in Österreich untersucht. Darunter habe sich ein Beinknochen des verschwundenen Studenten befunden, wie die Wissenschaftler nun nachweisen konnten. Erst in der vergangenen Woche hatte die Behörde mitgeteilt, dass Überreste von möglichen Opfern gefunden worden seien. Zuvor war ein Mitglied des Kartells „Guerreros Unidos“ festgenommen worden.

Im September 2014 wurden in Iguala im Bundesstaat Guerrero 43 Studenten mutmaßlich von Polizisten verschleppt und den „Guerreros Unidos“ übergeben. Anschließend sollen sie verbrannt worden sein. Bis heute ist die Tat weder aufgeklärt, noch wurde ein Tatbeteiligter verurteilt oder wurden die Leichen gefunden. Der Fall hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Mexikos seit Ende 2018 im Amt befindlicher Präsident Andres Manuel Lopez Obrador hatte versprochen, sich persönlich für die Aufklärung des Falles einzusetzen.

(aciprensa/kap – pr)
 

09 Juli 2020, 13:43