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Vatican News
Diese Bilder gibt es kaum noch: statt Seenotrettung herrscht auf dem Mittelmeer derzeit "Rückführung" Diese Bilder gibt es immer seltener: statt Seenotrettung herrscht auf dem Mittelmeer derzeit "Rückführung"  (ANSA)

Libyen/Italien: „Missbrauch, Folter, Gewalt“

Gegen eine Rückführung von Migranten in das Kriegsland Libyen hat sich nach der Erschießung von drei Flüchtlingen durch die libysche Küstenwache die Kinderschutzorganisation „Save the children“ ausgesprochen.

„Libyen ist kein sicherer Hafen“, erinnerte Raffaela Milano, Direktorin des „Save the Children Italy-Europe“-Programms in einer Presseerklärung. Darin berichtet die Organisation über die jüngste Tötung von drei Migranten und der Verwundung zweier weiterer durch die libysche Küstenwache in der Nacht auf Dienstag.

Die Küstenwache hatte die Migranten, die in einem Boot nach Italien aufgebrochen waren, auf See aufgegriffen und wieder an Land gebracht. Nachdem einige Migranten versucht hatten zu fliehen, hatten die Sicherheitskräfte das Feuer auf sie eröffnet.

5.000 Bootsflüchtlinge zurückgebracht

Seit Anfang des Jahres sind laut  „Save the children“ etwa 5.000 Bootsflüchtlinge von der libyschen Küstenwache abgefangen und zurückgebracht worden. „Diese Menschen laufen Gefahr, willkürlich inhaftiert, misshandelt, gefoltert oder als Sklaven verkauft zu werden“, warnt die Organisation. Die Erschießung der drei Menschen in der Nacht zum Dienstag sei ein weiterer Beweis dafür, dass das Kriegsland mitnichten ein „sicherer Hafen“ sei.

„Partnerschaft“ mit Libyen

Hintergrund des Appells ist die gängige Praxis der libyschen Künstewache, Boote mit Migranten wieder nach Libyen zurückzuholen, die von den EU-Staaten unterstützt wird. So ist Teil der „Partnerschaft“ der EU mit nordafrikanischen Staaten, dass diese verhindern sollen, dass sich Flüchtlinge Richtung Europa auf den Weg machen.

Menschenrechtsorganisationen und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) halten dies aufgrund der prekären Lage in Libyen für problematisch. Save the children fordert in seiner Aussendung, „nicht wegzuschauen“ und die Überstellung sowie Rückführung von Migranten nach Libyen sofort zu stoppen:

„Diese völkerrechtswidrigen Operationen dürfen in keiner Weise unterstützt oder gefördert werden. Die Sicherheit von Menschen und insbesondere von Minderjährigen, einschließlich unbegleiteter Minderjähriger, darf in keiner Weise gefährdet werden, wenn sie in ein Land zurückgeschickt werden, in dem ein sehr hohes Risiko von Folter, Gewalt oder Missbrauch besteht“, so Raffaela Milano.

(save the children/nzz/vatican news – pr)

 

29 Juli 2020, 13:06