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Großerzbischof Swjatoslaw Schewetschuk Großerzbischof Swjatoslaw Schewetschuk 

Ukraine: Beziehungen neu gestalten, um „verwundete“ Welt wieder aufzubauen

Es ist die Fähigkeit, menschliche Beziehungen zu fördern, die die Stärke der Kirche in schwierigen Zeiten ausmacht. Daran erinnert Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Diese Fähigkeit der Kirche werde ihr Beitrag zur Welt nach dem Coronavirus sein.

Das Oberhaupt der mit Rom unierten Kirche der Ukraine äußerte sich in einem Interview mit Zhyve TV, dem Fernsehsender der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, zur aktuellen Gesundheitskrise. „Heute durchlaufen die menschlichen Beziehungen einen schwierigen Prozess der  „Neuformatierung“, und wir leben gleichzeitig in einer virtuellen Welt“, so Schewtschuk. Deshalb verstünden viele nicht, wie wichtig es sei, anderen zu helfen, einen Ort zu finden, an dem sie sich wohl fühlen könnten. Nach Ansicht von Großerzbischof Schewtschuk könne die Kirche in diesem Zusammenhang ein günstiges Umfeld bieten und ein Beziehungsnetz schaffen: Die Kirche folge bestimmten Prinzipien, und wie Papst Franziskus betone, bestehe eine ihrer Aufgaben darin, den Menschen zu helfen, „Mensch zu bleiben und nicht zu Computern zu werden“, betonte das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. „Gerade in der Dimension der menschlichen Beziehungen kommt die Rolle der Kirche in besonderer Weise zum Ausdruck. Weil es eine Gemeinschaft von Menschen ist, die miteinander kommunizieren, weil das Zusammenbringen von Menschen ihre Daseinsberechtigung ist. Wir sind solidarisch, auch wenn wir materielle Hilfe brauchen“, fügte er hinzu.

Aber die Kirche wisse auch, wie man Gemeinschaft im Cyberspace schaffe, wie sie in diesen Monaten der Abriegelung gezeigt habe, in denen die Rolle der Familie wiederentdeckt wurde, „ein Ort, an dem wir lernen, wie man Beziehungen aufbaut: zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern. Dies sind grundlegende Beziehungen, die die Basis der Gesellschaft bilden, die heute unter einer sehr schweren Krisen leidet“, betonte Schewtschuk. „Wir müssen also in unseren Beziehungen zu anderen Menschen menschlich bleiben, keine Angst vor ihnen haben, sondern sie als Bilder betrachten, durch die Gott zu uns spricht“, schloss er seinen Beitrag ab.

(vatican news - mg)

30 Juni 2020, 14:30