Trump und seine Frau vor einem Denkmal von Johannes Paul II. Trump und seine Frau vor einem Denkmal von Johannes Paul II. 

USA: Wirbel nach Trump-Besuch am Papstschrein

Mehr als zwei Wochen nach dem umstrittenen Besuch von US-Präsident Donald Trump am Schrein für den heiligen Papst Johannes Paul II. haben mehrere Hundert Mitglieder der Kolumbus-Ritter eine Entschuldigung verlangt.

In einer Petition an den Kaplan der „Knights of Columbus“, Erzbischof William E. Lori, heißt es, der Besuch am 2. Juni habe „tiefen Schmerz“ ausgelöst. Der einflussreiche katholische Männerbund hat den Schrein finanziert und verwaltet ihn. Medienberichten zufolge überdenken seit dem Trump-Besuch am Schrein viele Kolumbus-Ritter ihre Mitgliedschaft in der Organisation.

Das Protestschreiben nimmt Bezug auf die Erklärung des Washingtoner Erzbischofs Wilton Gregory, der sich gegen den Besuch Trumps am Schrein ausgesprochen hatte. Es sei „verwirrend und verwerflich“, dass eine katholische Einrichtung es zulasse, auf so „ungeheuerliche Weise missbraucht und manipuliert zu werden“, erklärte Gregory im Vorfeld des Besuches.

Erzbischof Wilton Gregory
Erzbischof Wilton Gregory

Wahlkampf auf Kosten der Kirche?

Die Verantwortlichen des Schreins teilten damals mit, dass man alle Menschen willkommen heiße, „die kommen, um zu beten und etwas über das Vermächtnis des heiligen Johannes Paul II. zu erfahren“. Zudem sei der Besuch Trumps vom Weißen Haus länger geplant gewesen. Trump unterzeichnete am 2. Juni im Weißen Haus ein Dekret zur Förderung der internationalen Religionsfreiheit durch die USA. Dazu dürfte ursprünglich ein Fototermin im Johannes-Paul-Schrein geplant gewesen sein.

Am Tag vor dem Besuch im Schrein hatte Trump für Empörung gesorgt, als er für ein Foto mit Bibel vor der St. John's Kirche unweit des Weißen Hauses friedliche Demonstranten mit Tränengas vertreiben ließ, die nach dem Tod des Schwarzen George Floyd friedlich gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus demonstriert hatten. Kritiker halten dem Präsidenten vor, Wahlkampf auf Kosten der Kirche zu betreiben.

Die Unterzeichner der nunmehrigen Petition an die Verantwortlichen der „Knights of Columbus“ fordern die Ritter außerdem auf, sich von ihrem „rassistischen Erbe“ zu verabschieden. Dazu gehört die jahrzehntelange Praxis des „Blackballing“, bei dem die Aufnahme Schwarzer von einem einzelnen Mitglied abgelehnt werden konnte.

(kna – sk)
 

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17. Juni 2020, 11:19