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Kardinal Joseph Coutts Kardinal Joseph Coutts  (AFP or licensors)

Pakistan: Kardinal befürchtet einen Anstieg der Corona-Fälle

Der Coronavirus-Notstand in Pakistan ist auf dem Vormarsch. Es gibt bislang über 144.000 registrierte Fälle mit mehr als 2.700 Opfern. Gegenüber Radio Vatikan spricht der Erzbischof von Karachi, Kardinal Joseph Coutts, über die ernste Krise, die durch den Covid-19-Notstand verursacht wurde: Viele Menschen seien ohne Arbeit, darunter vor allem die Tagelöhner. Die Kirche, versichert er, bleibe an der Seite der Schwächsten und Ärmsten und verliere die Hoffnung nicht.

Mario Galgano und Giada Aquilino – Vatikanstadt

Jeden Tag wachse die Zahl der Infizierten, vor allem wenn man bedenke, dass Pakistan eine große Bevölkerung habe, betont Kardinal Joseph Coutts. In Pakistan leben über 200 Millionen Menschen. Der Erzbischof von Karatschi sagt gegenüber Radio Vatikan:

„Wir wissen nicht genau, wie die Zahlen im Land tatsächlich sind, aber mit der Abriegelung wurden viele Probleme geschaffen, mit vielen Menschen, die keine Arbeit mehr haben. Davon sind vor allem die Tagelöhner betroffen, Arbeiter, die ihren Lohn jeden Tag aufs Neue verdienen müssen, wie beispielsweise Taxifahrer.“

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Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen angemahnt

Soziale Distanzierung und Einhaltung von Hygienemaßnahmen wurden erneut zu dringenden Maßnahmen erklärt. Außerdem wuden die Tests an der Bevölkerung des asiatischen Landes intensiviert, wie letzte Woche von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert wurde. Internationale Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass die Zahl der Tests in Pakistan nach wie vor begrenzt sei, so sehr, dass das Ausmaß der Krankheit die offiziellen Zahlen übersteige. Und der Kardinal fährt fort:

„Es gibt kein Geld, um Essen zu kaufen. Aus diesem Grund tun wir als Kirche alles Mögliche: Wir haben begonnen, den Schwächsten und Ärmsten zu helfen, auch dank dessen, was wir von Caritas Internationalis und verschiedenen Wohltätern an Nahrung und anderem Hilfsmaterial erhalten haben. Aber das Problem bleibt bestehen: Wenn das Virus noch zwei oder drei Monate anhält, wird die Situation sehr schwierig werden. Doch die Christen in Pakistan verlieren weder Glauben noch Hoffnung, und wir beten weiter für das Ende der Pandemie. In Pakistan sind wir Christen alle zusammen mehr oder weniger drei Millionen.“

Unterdessen wird die Kette der Solidarität erweitert. Im pakistanischen Punjab setzen die jungen Katholiken von Sahiwal ihr Engagement fort, jeden Tag hunderten armen Menschen Abendessen anzubieten. Außerdem führen sie  - wie die Nachrichtenagentur Fides berichtet - das Projekt einer Lebensmittelbank für die Bedürftigsten durch, ohne Ansehen des religiösen Glaubens und in Zusammenarbeit mit muslimischen, hinduistischen und Sikh-Gemeinschaften. Eine ähnliche Initiative gibt es auch in Karatschi.

(vatican news)

16 Juni 2020, 08:37