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Stand in Madrid auch vor Gericht, wurde aber freigesprochen: Der frühere Leutnant Inocente Montano Stand in Madrid auch vor Gericht, wurde aber freigesprochen: Der frühere Leutnant Inocente Montano  (ANSA)

El Salvador: Prozess beginnt nach über 30 Jahren

Am 16. November 1989 wurden in San Salvador auf dem Campus der Katholischen Universität sechs Jesuiten, eine Köchin und deren Tochter ermordet. Jetzt, über 30 Jahre später, beginnt deswegen ein Prozess – allerdings nicht in El Salvador, sondern in der spanischen Hauptstadt Madrid.

Die Zentralamerikanische Provinz des Jesuitenordens und die Zentralamerikanische Katholische Universität (UCA), für die die Ermordeten arbeiteten, sind davon überzeugt, dass Mitglieder der Armee für das Blutbad verantwortlich sind. In einem Statement beschuldigen sie „die höchsten Autoritäten des Landes“, die Täter damals „gedeckt“ und ihre Schuld „verschleiert“ zu haben.

Wunden des Bürgerkriegs sind noch nicht verheilt

Fünf der sechs ermordeten Jesuiten waren Spanier; damit wurde nun ein Prozess in Madrid möglich. Vor Gericht steht der frühere stellvertretende Verteidigungsminister von El Salvador, doch gehen die Ermittler von etwa zwanzig weiteren Verantwortlichen aus. Die Jesuiten von Zentralamerika bekräftigen, sie seien „bereit zur Vergebung“, wollten allerdings „die ganze Wahrheit wissen“. Das sei für eine Aufarbeitung der Zeit des blutigen Bürgerkriegs nötig.

(fides – sk)
 

09 Juni 2020, 09:17