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Moschee in Saudi-Arabien Moschee in Saudi-Arabien  (AFP or licensors)

„G20-Religionsgipfel" in Saudi-Arabien geplant

Das Wiener Dialogzentrum KAICIID hat eine interreligiöse G20-Konferenz in Saudi-Arabien angekündigt. Dieses „einzigartige Forum" werde im Herbst in der saudischen Hauptstadt Riad stattfinden, kündigte das nach dem früheren saudischen Monarchen benannte „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog" am Freitag an.

Die Ergebnisse der Konferenz sollten den Staats- und Regierungsoberhäuptern der teilnehmenden Länder als Empfehlungen übermittelt werden. Zusammenkommen sollen religiöse Führungspersönlichkeiten sowie Fachleute aus allen Kontinenten; die Themenpalette der Konferenz umfasse Bildung, Frauen, Jugend, Friedensförderung, Regierungsführung, Umweltgerechtigkeit und den Umgang mit dem Coronavirus. Ein genaues Datum wurde nicht genannt.

Interreligiöse G20-Gipfel gab es in den vergangenen Jahren bereits in Deutschland, Argentinien und zuletzt in Japan. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern für den Gipfel - der UN-Allianz der Zivilisationen (UNAOC), der „G20 Interfaith Forum Association" und dem Nationalen Komitee für interreligiösen und interkulturellen Dialog Saudi-Arabiens - wird das KAICIID am kommenden Wochenende regionale Konsultationen zur Vorbereitung des G20-Forums abhalten.

Was ist das KAICIID?

Das KAICIID wurde 2011 von Saudi-Arabien, Österreich, Spanien und dem Heiligen Stuhl mit Beobachterstatus gegründet. Die Verantwortlichen kündigten Online-Vorbereitungstreffen mit Religionsvertretern und politischen Entscheidungsträgern aus dem arabischen Raum und danach mit Akteuren aus Europa - mit Vertretern von EU-Kommission, Vereinten Nationen sowie Europäischer Rabbinerkonferenz - an.

Überall auf der Welt seien Religionsgemeinschaften „zunehmend Diskriminierung und Hassrede ausgesetzt", erklärte der Generalsekretär des Dialogzentrums, Faisal Bin Muammar. Zugleich seien Religionen immer stärker „als wertvolle Ressource für den sozialen Zusammenhalt und das Wohlergehen der Bevölkerung anerkannt". Diesen Beitrag weltweit Entscheidungsträgern auf höchster Ebene zu verdeutlichen, sei ein Hauptanliegen des KAICIID.

Auch Jugendliche vertreten

Das KAICIID will vor dem G20-Forum auch mehreren hundert jungen Führungspersönlichkeiten bei einem Jugendforum Gelegenheit geben, die Anliegen der immerhin 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachenden jungen Menschen zu vertreten und Kontakte zu knüpfen. Auch eine fünftägige Alumni-Konferenz von 200 „KAICIID Fellows" - das sind vom KAICIID ausgebildete Friedensaktivisten aus allen Weltreligionen - wird es vor dem Haupttreffen geben.

Im Rahmen der KAICIID-Programme seien seit der Gründung hunderte Friedensaktivisten u.a. in der Bekämpfung von Hate Speech und Extremismus in den sozialen Medien geschult worden, so der Generalsekretär. In den vergangenen Monaten seien zudem hunderte Initiativen zur Bekämpfung der sozialen Folgeschäden der COVID-19-Pandemie finanziell unterstützt worden. Die Corona-Krise habe dafür gesorgt, „dass hunderte, wenn nicht tausende Geschichten über Religionsgemeinschaften bekannt wurden, die sich unabhängig von Glauben oder Weltanschauung für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen", wies das KAICIID hin.

Wandert das KAICIID von Wien nach Genf ab?

Laut Medienberichten wird das Internationale Dialogzentrum seinen Amtssitz von Wien nach Genf verlegen. Spekulationen über ein Abwandern des Zentrums in die Schweiz gab es bereits seit Monaten. Das Wiener Außenministerium bestätigte intensive Gespräche, ohne genaue Inhalte zu nennen. Das KAICIID selbst gab keine Stellungnahme über einen möglichen Umzug nach Genf ab.

(kap - gs)

 

26 Juni 2020, 14:42