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Kardinal Konrad Krajewski, hier zu Besuch im Moria Camp auf Lesbos Kardinal Konrad Krajewski, hier zu Besuch im Moria Camp auf Lesbos   (ANSA)

Italien: Migranten danken Päpstlichem Almosenmeister Krajewski

Bewohner eines besetzten Hauses in Rom, darunter viele muslimische Einwanderer, haben dem vatikanischen Kurienkardinal Konrad Krajewski in einer Videobotschaft gedankt. Vor einem Jahr hatte der Sozialbeauftragte des Papstes für die damals 450 Bewohner des Hauses, darunter 100 Kinder, eigenmächtig den Strom wieder angestellt.

Die Stadtwerke hatten die Versorgung abgedreht, weil unbezahlte Rechnungen in Höhe von 300.000 Euro aufgelaufen waren. Die Behörden hätten Krajewski nie für die illegale Tat belangt, meldet das katholische US-Portal „Crux", das am Mittwoch von der Dankesgeste an den Kardinal berichtete.

In dem mit Handys gedrehten Video danken verschiedene Hausbewohner „Pater Konrad", wie Krajewski bei seinen Einsätzen auf der Straße oft genannt wird. „Sie laden mich als Dank zu sich ein und wollen, dass ich mit ihnen bete. Und fast alle von ihnen sind Muslime", sagte der Kardinal dem Portal. „Heute wollen wir Sie umarmen und Ihnen sagen, dass wir Sie immer verteidigen", wird eine junge Frau aus dem Video zitiert. „Wir wollen unser Versprechen halten, dass Muslime und Christen gemeinsam beten."

Krajewski kam mehrmals mit Obst aus dem Vatikan vorbei

Seit der damaligen Aktion war Krajewski mehrfach in dem Haus, um den Bewohnern Obst, Gemüse und andere Produkte aus vatikanischen Gärten zu bringen. Er habe auch angeboten, die Stromrechnung zu bezahlen, heißt es in dem „Crux"-Bericht. Das gehe aber nicht, weil sie nicht zuzuordnen sei. Die 600 Menschen in dem mehrstöckigen Gebäude mitten in Rom seien immer noch ohne jeden rechtlichen Status, kritisiert der Kardinal. Auch die Eigentumsverhältnisse des Hauses seien ungeklärt.

Die Aktion, bei der Krajewski in einen Versorgungsschacht stieg und ein Polizeisiegel brach, sorgte damals für Aufsehen. Der damalige Innenminister Matteo Salvini übte scharfe Kritik. Die Aktion trug dem Kardinal den Spitznamen „Robin Hood des Papstes" ein.

(kap - gs)

14 Mai 2020, 15:06