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USA: Bischöfe begrüßen Papstbrief an Volksbewegungen

Mehrere US-amerikanische Bischöfe und katholische Laienvertreter haben den Brief begrüßt, den Papst Franziskus am Ostersonntag an die Angehörigen von Volksbewegungen richtete. Das Kirchenoberhaupt würdigte darin den Einsatz von Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen und unterstützte ein Grundeinkommen für Menschen, die trotz Arbeit arm sind.

 

Franziskus habe daran erinnert, dass das größte Gewicht der Pandemie „wie in allen sozialen Krisen” die Armen schulterten, schrieb der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz José Horacio Gómez, Erzbischof von Los Angeles. In den USA, dem reichsten Land der Welt, teilten nun „viele zum ersten Mal die Unsicherheit und Angst, die den Alltag von Millionen Brüdern und Schwestern auf der ganzen Welt bestimmen”, so der US-Bischof, der selbst ursprünglich aus Mexiko stammt.

Viele hätten in den USA ihrer Arbeit verloren und stünden nun vor der Frage, wie sie ihre Familie erhalten sollen. Er selbst sorge sich um die „wachsenden persönlichen und sozialen Kosten dieser Pandemie, besonders auch um die emotionalen, mentalen und spirituellen Kosten”, die allesamt mit der Dauer der Isolierung zunähmen. Zum Vorschlag eines Grundeinkommens für arbeitende Arme, die in den USA auch als „working poor” bekannt sind, äußerte sich Erzbischof Gómez nicht direkt.

Familiengrundeinkommen: Element der Menschenwürde

Der Erzbischof von San Diego, Robert McElroy, schrieb, die nun von vielen erlebte Verletzlichkeit zeige auch die „Wunden und Spaltungen” durch Rassismus und Klassendenken, die wiederum besonders die Armen und Ausgegrenzten träfen. Familiengrundeinkommen, Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Zugang zu Beschäftigung seien nicht bloß für den gegenwärtigen Moment der Verletzlichkeit durch die Krise wesentliche Elemente der Menschenwürde. „Papst Franziskus erinnert uns heute daran, dass sie die dauerhaften Grundlagen einer Ordnung der Gerechtigkeit sind, die die verwandelnde Kraft der Auferstehung Jesu Christi widerspiegelt, wie wir sie zu Ostern feiern”, so der Erzbischof von San Diego.

Die Laienverteterin Carolina Parrales von der Organisation „Fe en Acción” in Los Angeles sagte, der Papstbrief bestärke die vielen kleinen Arbeiter, die nun vor dem Nichts stünden, wie Hausangestellte, Kindermädchen oder Fahrer. Sie hätten kein festes Monatsgehalt und erhielten „auch hier in diesem entwickelten Land keine sozialen oder medizinischen Leistungen”, obwohl sie Steuern zahlten, erklärte Parrales. Ihre katholische Organisation werde weiterhin für die Anerkennung der Würde und der Rechte dieser Arbeitnehmer kämpfen und versuchen, ihnen einen Notzulage zu erstreiten.

(vatican news – gs)

14 April 2020, 12:23