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Die Gräber von Terroropfern an der Sebastianskirche in Negombo Die Gräber von Terroropfern an der Sebastianskirche in Negombo  (ANSA)

Sri Lanka: Gedenken an Anschläge vom letzten Jahr

Am 21. April vor einem Jahr, dem Ostersonntag, geschah das Unfassbare: In drei Kirchen auf Sri Lanka, davon zwei katholischen, gingen Bomben hoch, dasselbe geschah in mehreren Luxushotels. Fast 280 Menschen verloren bei den islamistischen Anschlägen ihr Leben, mindestens 500 Menschen wurden verletzt.

Kardinal Malcolm Ranjith, Erzbischof von Colombo, lädt für diesen Dienstag die Bevölkerung von Sri Lanka zu zwei Schweigeminuten ein – exakt um 8.45 Uhr, in dem Moment also, in dem die Attentäter vor einem Jahr zugeschlagen haben.

„Wir sind sehr darauf aus, weiterhin an die Menschen zu erinnern, die bei diesen Bombenexplosionen ums Leben gekommen sind, und auch an die Verletzten“, so der Kardinal in einer Stellungnahme gegenüber Radio Vatikan. „Sehr viele der Verletzten von damals leiden auch heute noch: Es gibt unter ihnen Menschen, die jetzt für ihr Leben querschnittsgelähmt sind. Andere sind weiter ans Bett gefesselt.“

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Neu eingeweiht, aber wegen Corona derzeit zu: Die Antoniuskirche in Colombo
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„Eine sinnlose Tragödie“

Die Antoniuskirche in der Hauptstadt Colombo und die Sebastianskirche in Negombo boten vor einem Jahr ein Bild der Verwüstung – inzwischen sind sie renoviert und wieder eingeweiht worden. Doch der Schock unter den Menschen auf Sri Lanka sitzt immer noch tief.

„Das ist für uns ein Moment, um an diese sinnlose Tragödie zu denken, die uns vor einem Jahr am Ostersonntag zugestoßen ist. Wir wollen für die Opfer beten, und wir wollen all die Familien trösten, die einen ihrer Lieben verloren haben oder von denen jemand verletzt worden ist. Wir wollen ihnen helfen und ihnen zeigen, dass wir uns um sie kümmern.“

Ein Jahr ist's her: Spurensicherung nach dem Anschlag in der Sebastianskirche von Negombo
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Der Kardinal droht mit Straßenprotesten

Vor dem Anschlag hatte der indische Geheimdienst die Behörden in Sri Lanka auf die Gefahr eines Attentats hingewiesen. Dennoch ergriffen die Sicherheitsorgane offenbar keinerlei Maßnahmen. Auch die Aufarbeitung des Terrors vom letzten Jahr verläuft schleppend; Kardinal Ranjith vermutet Mitwisser der Attentäter in den Behörden. Und er droht mit Straßenprotesten katholischer Gläubiger, wenn die Verantwortlichen der Anschläge nicht endlich festgenommen und vor Gericht gestellt würden.

(vatican news – sk)
 

20 April 2020, 11:14