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Coronavirus in Bhopal Coronavirus in Bhopal   (ANSA)

Indien: Kirche hilft bei der Überwachung der Ansteckung

Die katholische Kirche im Subkontinent hilft nicht nur mit ihren Krankenhäusern für die Covid-19-Infizierten. Die kirchlichen Einrichtungen werden dem Staat auch bei der Überwachung der Ansteckung des Coronavirus behilflich sein.

In Indien will die Kirche auch bei der Identifizierung von Erkrankten im Rahmen der Pandemie mitwirken. Im Bundesstaat Madya Pradesh haben vier Priester, 31 Schwestern und drei Ordensleute, die verschiedenen Kongregationen angehören, eine Untersuchung an mehreren Brennpunkten der Epidemie in der Hauptstadt Bhopal abgeschlossen, um Verdachtsfälle zu identifizieren. In drei Tagen hatte das Team, das ausschließlich aus Freiwilligen bestand, 8.624 Häuser besucht und sich somit an der Untersuchung von fast insgesamt 36 Millionen Menschen beteiligt, berichtete der Nachrichtenagentur Ucanews Sr. Frances Regis, Präsidentin der lokalen Sektion der „Catholic Religious of India“, die mit der Koordination des Teams betraut war.

Die Bitte kam von der Regierung des Staates, die sich für diese heikle und riskante Mission an die örtliche katholische Kirche wandte. Trotz der Ansteckungsgefahr nahmen alle befragten Priester und Ordensleute die Mission ohne zu zögern an, sagt Erzbischof Leo Cornelius von Bhopal. „Es war eine schwierige Bitte. Aber wir haben es für unser Volk übernommen“, sagt einer der Freiwilligen, Pater Justin Akkara von der Kongregation der Karmeliterinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria.

„Ein wichtiges Zeichen des Vertrauens“

Für Erzbischof Cornelius war die Entscheidung der örtlichen Behörden, sich an die Kirche zu wenden, ein wichtiges Zeichen des Vertrauens. Dies ist nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass Madya Pradesh einer der vielen indischen Bundesstaaten ist, in denen Christen häufig zur Zielscheibe hinduistisch-fundamentalistischer Gruppen werden, die sie der Zwangskonvertierung beschuldigen.

Ein örtlicher Beamter, der für die Koordinierung der Untersuchung zuständig war, würdigte die Zusammenarbeit mit der Kirche: „Sie haben eine präzise Arbeit geleistet“, sagte er der Agentur Ucanews. Dank der Inspektionen konnten 1.445 Verdachtsfälle identifiziert werden, bei denen das Gesundheitspersonal nun Speichelproben vornehmen wird.

(vatican news/ucan - mg)

25 April 2020, 13:38