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Corona in Italien: Gleich viele tote Priester wie tote Ärzte

Italien verzeichnet in der Corona-Pandemie etwa gleich viele Todesopfer unter den Priestern wie unter den Ärzten: jeweils etwa 100. Allerdings sind in Italien rund sieben Mal mehr Mediziner als katholische Geistliche aktiv. Papst Franziskus hatte den Priestern am Gründonnerstag für ihren selbstlosen Einsatz in der Coronakrise gedankt.

Gudrun Sailer - Vatikanstadt

Die italienische Ärztekammer gab am Donnerstag die Zahl von 105 an Covid-19 verstorbenen Ärzten bekannt. Einige von ihnen hatten sich bereits in den Ruhestand begeben, waren aber dem Aufruf gefolgt, in der Coronakrise wieder aktiv zu werden.

Ähnliches gilt für die Gruppe der Priester. Avvenire, die Tageszeitung der italienischen Bischofskonferenz, listete am Freitag die Namen aller 100 bisher an Covid-19 verstorbenen katholischen Priester auf. In der Karwoche waren vier weitere Opfer dazugekommen. Das extrem stark von dem Virus betroffene Bistum Bergamo verzeichnet allein 25 Todesfälle unter den Priestern. Die Zahl der Ordensfrauen, die im Dienst an Coronakranken verstarben, ist vorerst nicht bekannt.

In Italien praktizieren rund 240.000 Mediziner, überwiegend Fachärzte. Die katholische Kirche in Italien zählt rund 35.000 Priester.

Papst dankt Priestern

Bei der Abendmahlsmesse im Petersdom hatte Papst Franziskus seine Nähe zu Priestern bekundet und besonders jene hervorgehoben, die in Coronakrise starben, weil sie sich in der Seelsorge an Kranken, Ärzten und Pflegenden mit dem Virus ansteckten. „Sie sind die Heiligen von nebenan. Priester, die dienend ihr Leben gegeben haben. Heute seid ihr Mitbrüder im Priesteramt alle mit mir am Altar", sagte Franziskus. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte er die katholischen Priester dazu aufgerufen, in der Seelsorge trotz gesundheitlicher Risiken nicht nachzulassen, weil die Kranken den Trost der Sakramente brauchten.

(vatican news)

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10. April 2020, 19:37