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In Brasilien wurden wegen des durch Mücken übertragenen Zika-Virus viele Kinder mit Behinderung geboren In Brasilien wurden wegen des durch Mücken übertragenen Zika-Virus viele Kinder mit Behinderung geboren  (AFP or licensors)

Brasilien: Bischöfe gegen Entkriminalisierung von Abtreibung

Die bischöflichen Kommission für das Leben und Familie in Brasilien hat eine Kampagne gestartet, um die Gläubigen auf das Recht auf Leben zu sensibilieren. Die Initiative wurde anlässlich der Debatte vor dem Bundesgericht lanciert, die darauf abzielt, Abtreibung zu entkriminalisieren, wenn die Schwangere mit dem Zika-Virus infiziert ist.

Das Zika-Virus ist für fetale Mikrozephalie verantwortlich. Der Gerichtshof hat bis zum 30. April Zeit, um über seine Stellungnahme abzustimmen. Aus diesem Grund schlägt die Bischöfliche Kommission für das Leben und die Familie „im Bewusstsein der Verpflichtung zur Unantastbarkeit des Lebens - so die Website der brasilianischen Bischöfe (CNBBB) - allen Katholiken, ob Laien, Seelsorger, Mitglieder kirchlicher Bewegungen und Gemeinschaften, Bischöfe, Priester, Diakone und Seminaristen, vor, ihre Position zum Schutz des Lebens in sozialen Netzwerken zum Ausdruck zu bringen“. Der vorgeschlagene Hashtag soll auf Twitter und Instagram verwendet werden, „um jeden Winkel des Landes, jede Presse und vor allem die Mitglieder des Gerichtshofs zu erreichen, damit sie sich dem Leben, Gottes großem Geschenk, widmen können“.

Bereits am vergangenen Sonntag, dem 19. April, hatten die brasilianischen Bischöfe eine Live-Streaming-Konferenz mit medizinischen Experten durchgeführt, um das Thema zu vertiefen: „Die Tatsache, dass ein Kind eine Behinderung haben kann, rechtfertigt in keiner Weise die Eugenik, dies ist ein Vorurteil, das mit einer historischen Periode kollidiert, in der stattdessen die Rechte des Behinderten gewachsen sind“, hieß es in einer Rede. „Wenn eine Mutter Hilfe und Aufnahme braucht, bieten wir ihr ein vermeintliches ,Recht' an, das sie ein Leben lang kennzeichnet“, unterstrich eine weitere Intervention. Zentral war der Hinweis darauf, dass „die größten Menschenrechtsverletzungen ihre Wurzeln in der Nichtanerkennung der Rechte anderer haben“.

Die Bischöfe seien auch empört - so heißt es in einer Erklärung - über die inkohärente Haltung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die in einer Zeit der Pandemie von Covid-19 einerseits Quarantäne und soziale Isolation zum Schutz der Gesundheit fordere, andererseits aber Abtreibung „zu den wesentlichen Schutzmaßnahmen gegen Zika aufführt“.

(vatican news - mg)

25 April 2020, 13:52